Nigeria Waffenlager in Lagos explodiert
Lagos - In Fernseh- und Rundfunkansprachen versicherten Militärsprecher, Auslöser der Detonationen sei ein Unfall. "Lassen Sie mich Ihnen versichern, dass es keinerlei politische Hintergründe gibt", sagte Brigadegeneral John Anda. Es habe sich um ein altes Lager mit großkalibrigen Artilleriegeschossen gehandelt, in dem unglücklicherweise bereits geplante Modernisierungsmaßnahmen noch nicht umgesetzt worden seien.
Die mindestens 20 Explosionen erschütterten den gesamten Norden der 15-Millionen-Einwohnerstadt. Angaben über Tote und Verletzte gab es zunächst nicht. Viele Anwohner flohen aus dem betroffenen Viertel, die unmittelbare Umgebung wurde von Soldaten abgeriegelt. Viele Bewohner und Ladeninhaber wollten aber auch aus Furcht vor Plünderern in ihren Häusern bleiben. Fenster gingen im Umkreis von zehn Kilometern zu Bruch.
Ein Polizist sagte, die Serie von Detonationen sei offenbar von einer Explosion in einer Tankstelle verursacht worden. Eine Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. Militärsprecher Felix Chukwumah sagte, ein Feuer habe auf das Munitionsdepot übergegriffen. Wo das Feuer ausgebrochen sei, sagte er nicht.
Am späten Abend standen nach Augenzeugenberichten mindestens zwei Häuser in Flammen. Die Wucht der Detonationen zerschmetterte die Scheiben in dem mehr als sieben Kilometer entfernten internationalen Flughafen.
Nigeria, das über große Rohölvorkommen verfügt, ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Mit der Wahl von Präsident Olusegun Obasanjo wurde 1999 eine 15 Jahre dauernde Periode brutaler Militärherrschaft beendet. In Nigeria herrscht große Armut; gefährliche ethnische und religiöse Spannungen spalten die Gesellschaft. Muslime stellen etwa 50 Prozent der Bevölkerung, Christen rund 40 Prozent.