Norddeutschland Aufräumarbeiten nach dem Sturm
Berlin - In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Sachsen, Thüringen und Bayern befanden sich die Rettungskräfte in der Nacht zum Donnerstag im Großeinsatz. Sie hatten mit umgestürzten Bäumen, blockierten Straßen und Schienen, Überflutungen sowie etlichen Bränden zu kämpfen. Nahezu überall richtete das Unwetter große Schäden an. Am Morgen hatte sich das Wetter wieder weitgehend beruhigt.
Wie in Berlin und Brandenburg sind auch in anderen Bundesländern die Aufräumungsarbeiten am Donnerstag noch voll im Gange. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk räumten in der Hauptstadt Bäume von Straßen und Gleisen. Die Feuerwehr berichtete von mehr als 1400 umgestürzten Bäumen. Allein in Berlin fuhr die Feuerwehr mehr als 1400 Einsätze innerhalb von drei Stunden. Rund 1200 Feuerwehrleute waren dabei, dazu rund 300 ehrenamtliche Helfer des Technischen Hilfswerks. "Wir mussten erst mal einen umgestützten Baum aus der Einfahrt entfernen, bevor wir uns überhaupt zu den Einsatzstellen vorkämpfen konnten", berichtete ein THW-Helfer im Ortsverband Charlottenburg-Wilmersdorf.
In Schleswig-Holstein sei man mit über tausend Einsätzen ausgerückt, sagte ein Polizeisprecher. Meist handelte es sich um voll gelaufene Keller und überflutete Straßen. Zahlreiche Unterführungen mussten gesperrt und entwurzelte Bäume geräumt werden.
Allein im Kreis Segeberg verzeichnete die Einsatzleitstelle über 300 Einsätze. Stark betroffen war auch der Raum Rendsburg, wo die Helfer über 200 Mal Wasser aus Kellern pumpen und zahlreiche Straßen sperren mussten. Ein Supermarkt stürzte ein, nach dem das Dach denWassermassen nicht mehr Stand halten konnte. In Kollmar (Kreis Steinburg) brannte ein Wohnhaus nach einem Blitzschlag aus, die Bewohner konnten sich jedoch retten.
Auf der Ostsee vor Schleswig-Holstein registrierte die Wasserschutzpolizei vier Seenotfälle. Vor Howacht kenterte eine Katamaran, die drei Schiffbrüchigen konnten nach einer Stunde gerettet werden. Auch zwei Fischkutter wurden nach Angaben der Wasserschutzpolizei vor Howacht vom Blitz getroffen. Schäden entstanden jedoch nicht. Außerdem mussten zwei Segelyachten in den Neustädter Hafen geschleppt werden.