Nordkorea Internationale Hilfe läuft an
Frankfurt/Main - Das Ersuchen sei heute Nachmittag eingegangen, teilte das Uno-Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe in Genf mit. Die Weltorganisation hat bereits reagiert und humanitäre und finanzielle Hilfe zugesagt, sagte Uno-Sprecher Fred Eckhard in New York. Er sprach Nordkorea im Namen von Uno-Generalsekretär Kofi Annan seine Anteilnahme aus. Eine Expertengruppe werde sich morgen vor Ort einen Überblick über die benötigten Hilfsgüter verschaffen.
Die Europäische Union organisiert Soforthilfe im Wert von 200.000 Euro für die Opfer in Nordkorea, teilte die EU-Kommission heute in Brüssel mit. In Zusammenarbeit mit dem dänischen Roten Kreuz stellt die EU vor allem medizinische Hilfsgüter und Ausrüstung für Notunterkünfte bereit. Auch die EU-Experten werden sich morgen auf Einladung der Behörden Nordkoreas am Unglücksort ein Bild von den Zerstörungen machen.
Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin steht die deutsche Botschaft in Pjöngjang bereits seit gestern mit der nordkoreanischen Regierung sowie den dort tätigen deutschen und internationalen Hilfsorganisationen in engem Kontakt. Außenminister Joschka Fischer sagte heute, Deutschland sei bereit, nach Kräften Hilfe zu leisten. Es seien bereits 50.000 Euro aus Mitteln der Humanitären Soforthilfe bereitgestellt worden. Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundespräsident Johannes Rau übermittelten Beileidstelegramme.
Wie die Deutsche Welthungerhilfe in Bonn mitteilte, erhielt der Koordinator der Organisation in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang, Ralph Gust-Frenger, überraschend schnell die Genehmigung, sich ein eigenes Bild über die Lage am Unglücksort zu machen. Vertreter der Caritas versuchten nach Angaben der katholischen Hilfsorganisation, aus China zu dem an der Grenze gelegenen Ort Ryongchon vorzudringen.
Die Welthungerhilfe erklärte, sie werde zusammen mit europäischen Partnern so schnell wie möglich helfen, voraussichtlich bei Trinkwasserversorgung und Erster Hilfe.