Nordsee: Losgerissene Ölplattform unter Kontrolle - DER SPIEGEL
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Nordsee Losgerissene Ölplattform unter Kontrolle

Glimpflich ausgegangen ist das streckenweise dramatische Abtreiben der norwegischen Bohr-Plattform "Bideford Dolphin" in der Nordsee. Der Stahlkoloss hatte sich nach heftigem Sturm aus der Verankerung gerissen und war 300 Meter von seiner Position abgetrieben.
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Stavanger - Wie die Rettungszentrale Sola bei Stavanger und der Plattform-Betreiber Norsk Hydro am Mittwoch mitteilten, stabilisierte sich die Plattform in der Nacht bei abnehmenden Windgeschwindigkeiten.

Am Mittwoch sollten die drei gerissenen sowie die fünf intakten Ankerketten des Stahlkolosses von einem Mini-U-Boot aus untersucht werden. Zum Reißen der drei Ankerketten meinte ein Sprecher des Aufsichtsamtes für die norwegische Offshore-Industrie in der Osloer Zeitung "Aftenposten": "Das darf eigentlich nicht passieren. Eine sehr ernste Sache." Er kündigte eine genaue amtliche Untersuchung an.

Der Sprecher von Norsk Hydro, Benedikt Henriksen, räumte ein, dass durch das Abtreiben der Plattform am Vorabend eine "dramatische" Lage entstanden sei. Spezialisten mussten bei Wellen von bis zu 17,5 Meter Höhe 51 der 77 Besatzungsmitglieder mit sechs Hubschraubern in Sicherheit bringen. Sie wurden zu anderen Plattformen geflogen. Obwohl das Unternehmen erklärte, die Lage auf der Bohrinsel sei "unter Kontrolle", kehrte der evakuierte Teil der Mannschaft am Mittwoch nicht an den Arbeitsplatz auf See zurück.

Die 26 auf der "Bideford Dolphin" verbliebenen Arbeiter hatten während des Orkans zusammen mit zwei herbeigeeilten Schleppern den Kurs der Plattform zu steuern versucht. Nach Angaben von Norsk Hydro drohte die Plattform zeitweise auf andere Bohrinseln und Rohrleitungen des Snorre-Felds zuzutreiben, die acht Kilometer entfernt sind. Eine Gefahr für Menschenleben habe aber nicht bestanden.

Über die "Bideford Dolphin" hieß es, die mobile und für verschiedene Einsatzorte konzipierte Bohrplattform gehöre zu den modernsten Einrichtungen auf dem Snorre-Feld. Die Sicherheitseinrichtungen waren von den norwegischen Behörden Ende letzten Jahres ohne Beanstandungen kontrolliert worden.

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