Havarie der "Nordlys": Feuer auf dem Kreuzfahrtschiff
Norwegen Passagierschiff droht zu kentern
Oslo - Im Hafen von Ålesund in Norwegen droht das Passagierschiff "Nordlys" zu kentern. Obwohl Bergungsspezialisten Pumpen gegen das einlaufende Wasser installiert haben, nahm die Schlagseite weiter zu. Der Versuch, ein Loch im Schiffsrumpf abzudichten, war zuvor gescheitert, wie das norwegische Fernsehen berichtete.
Die 122 Meter lange "Nordlys" der Reederei Hurtigruten war beim Anlaufen des Hafens in Brand geraten. Zwei Besatzungsmitglieder starben, 16 Menschen erlitten Verletzungen, darunter auch zwei Deutsche. Wegen der enorm starken Rauchentwicklung hatten die Behörden das Zentrum der Kleinstadt Ålesund vorübergehend evakuieren lassen und Katastrophenalarm ausgelöst.
Das Schiff mit 207 Passagieren bekam nach dem Feuer Schlagseite, die zuletzt bei gut 20 Grad immer noch in einem gefährlichen Bereich lag, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Arbeiten zum Abpumpen des einlaufenden Wassers mussten immer wieder eingestellt werden, Helfer das Schiff verlassen. Experten schätzen, dass die "Nordlys" nach dem Kentern innerhalb einer Stunde sinken würde.
Als Ursache für den Brand gilt eine Explosion im Maschinenraum. Ein Reedereisprecher gab an, die eine Hälfte der Passagiere sei mit Booten an Land gebracht worden. Für die anderen Reisenden sei nach dem Anlegen am Kai der direkte Weg an Land möglich gewesen. Auf dem Schiff arbeiteten zum Zeitpunkt des Vorfalls 55 Besatzungsmitglieder.