Sozialpolitik Notdienst in Not
Der Fachkräftemangel in Berliner Jugendhilfeeinrichtungen gefährdet die Unterbringung von hilfsbedürftigen Kindern und Jugendlichen. Der Senat will nun die Zeiten verlängern, in denen die Betroffenen im Notdienst betreut werden können. Eigentlich sollen Kinder und Jugendliche, die aus ihren Familien geholt werden müssen, nur maximal drei Tage in der Obhut der Nothilfe bleiben. Von dort werden sie an andere Stellen vermittelt. Dieser Zeitraum sei »nicht mehr zu halten«, teilte der Senat auf Anfrage mit. Das liegen auch an der Personalknappheit in den stationären Einrichtungen. Es werde mehr Zeit benötigt, um Anschlusshilfen zu organisieren. Mitarbeitende im Kinder- und Jugendnotdienst und beim Jugendamt alarmiert das, sie protestierten am Mittwoch vor dem Roten Rathaus. Sie hatten vorher bereits mehrere Gefährdungs- und Überlastungsanzeigen an den Senat geschickt. Statt drei Tage blieben Kinder demnach schon jetzt immer wieder wochen- oder sogar monatelang in den Noteinrichtungen, die dafür nicht ausgestattet seien. Das führe vor allem bei den Jugendlichen zu verbalen und tätlichen Angriffen, zu Randale und Selbstverletzungen. Im Notdienst selbst gebe es »keine akute Personalnotlage«, teilte der Senat mit.