Notfalls mit Zwangsmaßnahmen: Ganze Städte evakuiert - DER SPIEGEL
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Notfalls mit Zwangsmaßnahmen Ganze Städte evakuiert

Viele wollen ihre Häuser und ihren Besitz nicht im Stich lassen. Behörden warnen die Menschen im Katastrophengebiet vor einem zu leichtfertigen Umgang mit der anrollenden Welle. Notfalls wollen sie mit Zwang evakuieren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mühlberg - In der südbrandenburgischen Elbe-Stadt Mühlberg ist am Donnerstagvormittag damit begonnen worden, die rund 5000 Einwohner in Sicherheit zu bringen. Die Flutwelle des Hochwassers wird dort für Mittag erwartet. Wie Landrat und Krisenstabsleiter Klaus Richter sagte, soll der Großteil der Menschen bis 14 Uhr in Sicherheit sein. Danach werde die Polizei kontrollieren und notfalls auch Menschen mit Zwangsmaßnahmen aus den Häusern holen. Wann sie zurückkehren könnten, sei unklar.

Nach Angaben des örtlichen Krisenstabs besteht die Gefahr, dass der Fluss über die Dämme tritt oder Deiche brechen. Eine zweite Flutwelle soll es in einigen Tagen - möglicherweise am Wochenende - geben. Derzeit sind in Mühlberg unter anderem 150 Einsatzkräfte von freiwilligen Feuerwehren und Hilfsorganisationen, 100 Soldaten sowie rund 140 Polizisten im Einsatz.

Die Stadt könnte bei einer Überflutung völlig von der Umwelt abgeschnitten werden, weil die Ausfallstraßen durch Senken führen. Der Krisenstab geht davon aus, dass die meisten Menschen bei Freunden oder Verwandten unterkommen. In Neuburxdorf wird eine Notunterkunft in einer Schule eingerichtet.

In Dresden wurde mittlerweile dazu aufgerufen, alle Stadtteile zu verlassen, die unmittelbar an der Elbe liegen. Tornados der Bundeswehr donnern im Tiefflug über die Landeshauptstadt, um einen Überblick über die Situation zu bekommen.