Obduktion: Verbrannte Leiche höchstwahrscheinlich Julia - DER SPIEGEL
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Obduktion Verbrannte Leiche höchstwahrscheinlich Julia

Die in Mittelhessen gefundene Mädchenleiche hat das Alter und die Haarfarbe der vermissten Julia. Dies ist das Ergebnis der Obduktion. Das Kind sei an starken Verletzungen am Kopf gestorben, hieß es.
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Friedberg - Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Gießen nach der Obduktion der Leiche mit. Letzte Gewissheit darüber, ob es die Leiche der achtjährigen vermissten Julia ist, müsse eine DNS-Analyse geben. Die Obduktion lasse keinen zweifelsfreien Schluss zu.

Erste Erkennnisse der Gerichtsmedizin, nach denen es sich um ein drei bis vier Jahre altes Mädchen handelt, seien "überholt". Am Fundort der Leiche in einem Waldstück zwischen Niddatal-Kaichen und Niddatal-Ilbenstadt im Wetteraukreis suchten am Mittwoch rund 150 Polizeikräfte nach Spuren. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.

In der Nacht zu Mittwoch hatte ein Fahrradfahrer in dem Waldstück ein Feuer entdeckt und Polizei und Feuerwehr verständigt. Einer von mehreren Holzstapeln brannte. Bei den Löscharbeiten fand die Feuerwehr einen verbrannten Körper. Das Waldgebiet wurde großräumig abgesperrt. Der Fundort der Leiche am Waldrand liegt etwa 100 Meter entfernt von einer Bundesstraße.

Die Suche nach der achtjährigen Julia war am Dienstag nach vier Tagen ohne Ergebnis abgebrochen worden. Julia war zum letzten Mal am vergangenen Freitag auf einem Spielplatz in Biebertal bei Gießen gesehen worden. Bis zum Fundort der verbrannten Kinderleiche in Niddatal sind es von Biebertal nach Polizeiangaben rund 70 Kilometer.

Julias Eltern, die psychologisch betreut werden, hatten sich am Sonntag in einem verzweifelten Appell an die möglichen Entführer gewandt. "Gib uns bitte Julia zurück", flehte der Vater der Achtjährigen. Das Mädchen ist das einzige Kind der Lehrerfamilie.

Zehnjährige Adelina weiterhin verschwunden

Bei der Suche nach der zehnjährigen Adelina aus Bremen hat sich unterdessen eine wichtige Frage aufgeklärt: Der Vater des Mädchens wurde in Sibirien ausfindig gemacht. Er konnte glaubhaft versichern, dass er nie in Deutschland war. Spekulationen über eine Entführung sind damit ausgeräumt.

Adelina aus Bremen ist seit fast einer Woche verschwunden. Ihr Vater, den russische Behörden in seinem Heimatdorf in Sibirien fanden, habe keine Kontakte mehr zu seiner Tochter oder zu seiner in Bremen lebenden Ex-Frau. Mit Spannung hatte die 30-köpfige Sonderkommission die Ergebnisse aus Russland erwartet. Über das Bundeskriminalamt und Interpol hatte die Bremer Polizei ein Ermittlungsersuchen an Moskau gerichtet. Der Verdacht einer möglichen Entführung durch den Vater erscheint jetzt nach der Antwort als haltlos. Zuvor war bereits klar, dass der Vater in den vergangenen Jahren kein deutsches Visum beantragt hatte. Der Sonderkommission bleiben nunmehr rund 170 Hinweise aus der Bevölkerung.

Bei Suche nach der ebenfalls vermissten neunjährigen Peggy soll eine bundesweite Plakat-Aktion neue Hinweise liefern. Rund 25.000 Plakate werden mit Hilfe der Landeskriminalämter in ganz Deutschland ausgehängt. Fast zwei Monate nach dem Verschwinden des Mädchens aus dem oberfränkischen Lichtenberg gebe es noch immer keine konkrete Spur. Die 75 Mann starke Sonderkommission sei weiterhin damit beschäftigt, einzelne Hinweise gezielt abzuklopfen.