Oberbayern Gymnasium nach Bombendrohung evakuiert
Bombendrohung im oberbayerischen Grafing: "Kein Kavaliersdelikt"
Foto: dapdGrafing - Am Montagmorgen traf im Gymnasium im oberbayerischen Grafing ein Drohbrief ein. Der Schulleiter alarmierte die Polizei, 1400 Schüler und 80 Lehrer wurden daraufhin evakuiert und in der örtlichen Stadthalle untergebracht.
Anschließend begann die Polizei, das Gebäude mit Sprengstoffhunden zu durchsuchen. Die Einsatzkräfte fanden jedoch weder Sprengmittel noch sonstige Hinweise auf eine mögliche Bedrohung gefunden.
Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) entschied deshalb in Absprache mit Schulleitung und Polizei, den Unterricht am Dienstag planmäßig stattfinden zu lassen. Die Tat kritisierte er scharf: "Eine solche Anordnung ist kein Kavaliersdelikt. Es ist ein schwerwiegender Angriff auf die Seele der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte." Die Kriminalpolizei ermittelt jetzt gegen den unbekannten Briefschreiber.
Schuldirektor Harald Parigger sagte der Online-Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung", die Drohung sei im Zusammenhang mit einer Demonstration gegen Rechts zu sehen, die Schüler und Lehrer vor drei Wochen auf die Beine gestellt hatten, nachdem das Schulgebäude mit Nazi-Parolen beschmiert worden war. Die Polizei wollte sich zu diesem Verdacht bisher nicht äußern.