Oberhausen: Schadstoffwolke nach Chemieunfall über Oberhausen - DER SPIEGEL
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Chemie-Unfall: Säurewolke über Oberhausen

Foto: ANC News/ dpa

Chemieunfall Behörden warnen vor Schadstoffwolke über Oberhausen

In einer Oberhausener Chemiefirma ist ein Behälter mit Schwefelsäure gebrochen. Nun sollen Anwohner ihre Wohnungen nicht verlassen sowie Fenster und Türen schließen.
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In Oberhausen warnen die Behörden nach einem Zwischenfall in einem Chemiebetrieb Anwohner vor einer gefährlichen Schadstoffwolke. Die Menschen sollten ihre Wohnungen nicht verlassen und Fenster und Türen schließen, heißt in einer amtlichen Gefahrenmitteilung für die Ruhrgebietsstadt.

In einer Chemiefirma war laut Feuerwehr ein Behälter mit 96-prozentiger Schwefelsäure gebrochen. Die Flüssigkeit sei in ein Auffangbecken gelaufen und werde kontrolliert abgepumpt, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Die Feuerwehr bekämpfte die Schwefelsäure-Wolke mit Wasserwerfern. "Wir hoffen, die Wolke damit schnell verkleinern zu können", sagte der Feuerwehrsprecher. Sie habe eine Ausdehnung von mehreren hundert Metern. Der Sprecher berichtete von einer "drückenden Wetterlage", die dafür sorge, dass sich die gefährliche Wolke in Bodennähe befinde.

Gegen Mittag meldete die Feuerwehr, die Säurewolke sei inzwischen "weitestgehend niedergeschlagen" worden. Es werde aber noch ein bis zwei Stunden dauern, bis es gesicherte Informationen gebe, ob von dem gebrochenen Säuretank weiterhin eine Gefahr ausgehe.

Etwa 150 Menschen meldeten mit Atemwegsbeschwerden beim Rettungsdienst. "Sie haben Atemwegsreizungen, aber es sind leichte Fälle", sagte der Feuerwehrsprecher. Sie würden ärztlich untersucht und behandelt. Unter den Betroffenen seien 110 Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Oberhausen, die in der Nähe einen Werkhof unterhalten. Die anderen 40 Betroffenen seien Mitarbeiter des Unternehmens, in dem der Unfall passierte.

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Chemie-Unfall: Säurewolke über Oberhausen

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Menschen im direkten Umkreis der Firma wurden in Sicherheit gebracht. Außerdem kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. "Mehrere Hauptverkehrsadern sind gesperrt", sagte der Polizeisprecher. Auch der Verkehr auf der A42 war stark beeinträchtigt. Eine nahegelegene Abfahrt der Autobahn wurde gesperrt.

In den nahe gelegenen Stadtteilen von Oberhausen wurde der Bus- und Bahnverkehr eingestellt. Auf dem Rhein-Herne-Kanal wurde der Schiffsverkehr gestoppt. Die Deutsche Bahn rechnet damit, dass auf der Linie von Wesel nach Düsseldorf und Koblenz zwischen dem Hauptbahnhof Oberhausen und Sterkrade bis zum Nachmittag keine Züge fahren können.

Unklar ist, warum der Behälter mit der Säure brach. Der Tank habe ein Fassungsvermögen von rund 600.000 Litern, sei aber nicht komplett leer gelaufen, sagte der Feuerwehrsprecher. Der Behälter werde nun mit Tanklastwagen geleert. Das werde noch viele Stunden dauern. Insgesamt seien rund 130 Sicherheitskräfte im Einsatz.

Schwefelsäure ist einer der wichtigsten Grundstoffe in der chemischen Industrie. Die Substanz wird zur Herstellung von Dünger, Wasch- oder Arzneimitteln sowie von Sprengstoffen verwendet. Beim Umgang mit der aggressiven, in reinem Zustand öligen und farblosen Säure ist Vorsicht geboten: In konzentrierter Form zerstört sie organisches Gewebe wie Haut oder Fleisch. Vermischt sich konzentrierte Schwefelsäure mit Wasser, wird starke Hitze freigesetzt.

wit/dpa