Öl-Katastrophe Zahl der Helfer verdoppelt
Kopenhagen - Zusätzlich packten mehrere hundert Freiwillige mit Schaufeln und Forken bei den Reinigungsarbeiten mit an. Bis zum späten Samstagabend konnten die Helfer nach Angaben der Behörden etwa 500 Tonnen Öl entfernen, darunter auch einen großen Ölteppich vor der Insel Falster.
Aus dem beschädigten Tank der "Baltic Carrier" sind seit dem Unglück vom vergangenen Donnerstag 2700 Tonnen Öl ins Meer geflossen. Zuvor waren Experten nur von 1900 Tonnen ausgegangen.
Dänische und deutsche Schiffe sind seit Samstag vor Ort, um Öl an der Wasseroberfläche abzusaugen. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF hat sich die Zahl der toten Vögel auf 1200 erhöht. Insgesamt sollen rund 10.000 Seevögel in den Naturschutzgebieten an den Küsten Dänemarks in Gefahr sein.
Der Sprecher Umweltweltschutzorganisation WWF, Alfred Schumm, sagte, die Ölbekämpfer auf den Schiffen hätten große Probleme, das Öl abzupumpen. Das Öl sei vielfach verklumpt, so dass es mit Baggerschaufeln aus dem Wasser gehoben werden müsste.
Am Freitag hatten einzelne Öllachen bereits die Küste Dänemarks verschmutzt. Internationale Rettungstrupps und ruhigeres Wetter verhinderten zunächst eine weitere Ausbreitung der Ölpest. Die Katastrophe bedroht Erholungsgebiete und Durchzugsgebiete für Enten, Gänse und Wattvögel an mindestens vier dänische Inseln.
Nach ersten Ermittlungen ist das Unglück möglicherweise auf einen technischen Fehler des Tankschiffs zurückzuführen. Die mit 33.000 Tonnen Öl beladene "Baltic Carrier" sei am Donnerstag plötzlich in die Fahrrinne eines 185 Meter langen Zuckerfrachters geraten und dann gerammt worden, ergab eine vorläufige Untersuchung der dänischen Behörden.
Nach Worten von Scheffel wird der inzwischen im Rostocker Hafen liegende Zuckerfrachter "Tern" leergepumpt und im beschädigten Vorderschiff gereinigt. Das Schiff war am Freitagabend eingelaufen und soll dort eingehend untersucht werden.