Ölpest Roboter findet kein Leck in der "Erika"
Brest - Obwohl er am Heck der auseinander gebrochenen "Erika" blockiert ist, konnte der Tauchroboter "Abyssub" drei Viertel des Wrackteils untersuchen. Ein zweiter Roboter, "Achill", soll den blockierten Unterwasser-Erkunder befreien. Doch schlechtes Wetter hat das bislang verhindert.
"Wenn es kein Leck gibt, entweicht auch kein Schweröl", erklärte der Direktor des Unternehmens, dem "Abyssub" gehört, am Dienstag. In den Wrackteilen werden noch 20.000 Tonnen Öl vermutet. Das Heck liegt wie der Bugteil flach in 120 Metern Tiefe.
Unterdessen hat die französische Regierung die unabhängige Behörde für Lebensmittelkontrolle (AFSSA) aufgefordert, die Gefahren einer möglichen Verseuchung von Meeresfrüchten durch das Öl der "Erika" zu prüfen. Es geht um Muscheln, Fische, Tintenfische und Krebstiere. Die Experten, die auch die Gefahren des Rinderwahnsinns BSE durch britisches Fleisch überprüft haben, sollen Höchstwerte für Ölrückstände beziffern. Die aus dem sinkenden Tanker geflossenen 11.000 Tonnen Schweröl haben mehr als 500 Kilometer der französischen Atlantikküste verschmutzt.
Nach Ansicht des Bundesverbandes der See- und Hafenlotsen (BSHL) muss die Unfallvorsorge in der Schifffahrt verbessert werden. Um Katastrophen wie die Havarie der "Erika" vor der bretonischen Küste zu verhindern, sollten der Zustand der Schiffe und die Qualifikation der Besatzungen besser kontrolliert werden, forderte ein Sprecher des Verbandes am Dienstag in Hamburg. Zur Vorsorge sei außerdem der einheitliche Einsatz von Lotsen und Verkehrszentralen unverzichtbar.