Ölpest: Vogel-Sterben im Ärmelkanal - DER SPIEGEL
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Ölpest Vogel-Sterben im Ärmelkanal

Aus dem gesunkenen Autofrachter "Tricolor" sind rund zehn Tonnen Schweröl ausgetreten. An der belgischen Nordseeküste wird eine Ölpest befürchtet. Hunderte von Seevögel gingen bereits durch das Öl zugrunde.
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Ostende - Das Öl aus der "Tricolor" treibt Behördenangaben zufolge wenige Kilometer vor den Stränden im Meer. Polizei und Feuerwehr überwachen die Küstengewässer, hieß es. Es gelte, angespülte Ölflecken umgehend zu beseitigen. Auch Soldaten sind in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Das auf dem Wasser treibende Öl hat bereits ein Vogelsterben verursacht. Naturschützer berichten, dass sie Hunderte Seevögel in einem Auffangzentrum in Ostende behandelt haben. Für die meisten Tiere komme aber jede Hilfe zu spät. "90 Prozent der Vögel sterben auf dem Meer", sagte der Präsident des flämischen Vogelschutzbundes, Jan Rodts. Allein bis Samstagabend zählte man mehr als 800 angeschwemmte Vögel an der belgischen Küste. Dabei handelte es sich vor allem um Trottellummen. Das Öl hebe die isolierende Wirkung des Federkleids auf. Deshalb gingen die meisten Tiere im Wasser unter oder stürben an Unterkühlung. Andere Vögel vergifteten sich.

Wegen des widrigen Wetters auf See wurden Versuche, die Ölpest zu bekämpfen eingestellt. Der Wind und der Wellengang hatten den Ölteppich in viele kleine Flecken zerrissen. "Die zehn Tonnen schweren Treibstoffs haben sich über eine große Fläche verteilt und sind vollständig in kleine Teile zerbröckelt", sagte eine Behördensprecherin am Sonntag. Die Besatzung eines Armeeflugzeugs berichtete, dass sie zunächst einen Ölteppich von vier Kilometern Länge und 150 Metern Breite ausgemacht habe. Nun kommt es ganz auf die Windstärke und -richtung an, ob und wann die Ölflecken die Küste erreichen.

Die Sprecherin sagte, die Bedrohung werde noch eine Zeit lang andauern. Bei der Bergung der "Tricolor" hatte ein Schlepper das Wrack gerammt. Danach strömten nach Behördenangaben rund zehn Tonnen Schweröl aus einem Tank des norwegischen Schiffes. Es war am 14. Dezember mit 2862 Neuwagen an Bord nach einem Zusammenstoß mit dem Containerfrachter "Kariba" rund 30 Kilometer vor Dünkirchen gesunken. Bereits zwei Mal rammten seither andere Schiffe das Wrack, das bei Ebbe knapp über die Wasseroberfläche heraus ragt.