Österreich Lawinen töten vier Skifahrer
Innsbruck - Bei dem Unglück am Rosskar in der Nähe des Dorfes Obergurgl kamen drei Mitglieder eines Skiclubs aus Mannheim ums Leben. Fünf Verschüttete konnten sich aus eigener Kraft aus den Schneemassen befreien. Die Gruppe war trotz höchster Lawinen-Warnstufe außerhalb der Pisten unterwegs.
Rettungsmannschaften konnten einen der Deutschen nur noch tot bergen. Ein zweiter wurde zwar lebend aus dem Schnee gegraben, starb aber kurz danach. Am Nachmittag stießen die Einsatzhelfer dann auf die Leiche einer Frau, die noch vermisst wurde.
Im Defreggental in Osttirol wurde eine siebenköpfige österreichische Skifahrergruppe, die ebenfalls außerhalb der Pisten im Tiefschnee unterwegs war, unter den Schneemassen begraben. Während sich sechs Personen selbst befreien konnten, erlitt ein Mann so schwere Verletzungen, dass er kurz nach seiner Bergung noch am Unglücksort starb. Die beiden Lawinen sollen nach ersten Hinweisen von den beiden Gruppen selbst ausgelöst worden sein.
In Obergurgl war erst am Freitag die neue Skisaison eröffnet worden. Die Urlauber waren mit den Slogans "Der bunteste Saisonstart, seit es den Winter gibt" und "Der fulminante Start in den Winter" angelockt worden. Im Tal lagen zehn Zentimeter, auf den Bergen 60 Zentimeter Schnee.
Nach den großen Neuschneemengen war in Tirol die höchste Lawinengefahrenstufe ausgerufen worden, berichtete Bürgermeister Ernst Schöpf. Die Skifahrer seien an den Seilbahnen auf Hinweistafeln ermahnt worden, die präparierten Pisten nicht zu verlassen. Dennoch sei die deutsche Gruppe außerhalb im Tiefschnee unterwegs gewesen.
Die Lawine war gegen zehn Uhr abgegangen. Rund 60 Angehörige der Bergrettung mit Lawinensuchhunden wurden bei der fieberhaften Suche nach den Verschütteten von zahlreichen Skilehrern und Urlaubern unterstützt. Auch Hubschrauber versuchten die Ortung unter den bis zu sechs Meter hohen Schneemassen. Hunderte Skifahrer hatten die Lawine von den gesicherten Pisten aus beobachtet.