Oklahoma- Attentäter Einspruch gegen Hinrichtung?
Denver - Der Oklahoma-Attentäter Timothy McVeigh will nach amerikanischen Fernsehberichten nun doch gegen seine für den 11. Juni geplante Hinrichtung Einspruch einlegen. Wie mehrere Fernsehsender berichteten, wies er seine Anwälte an, entsprechende Schritte einzuleiten. ABC und NBC meldeten, der erneute Hinrichtungsaufschub werde am Donnerstag bei einem Bundesgericht beantragt werden.
Der Einspruch stützt sich den Berichten zufolge darauf, dass die Bundeskriminalpolizei FBI den Anwälten McVeighs vor dem Prozess nicht das gesamte Beweismaterial zur Verfügung gestellt hatte. Aus diesem Grund hatte bereits Justizminister John Ashcroft kurzfristig die ursprünglich für den 16. Mai geplante Vollstreckung des Todesurteils auf den 11. Juni verschoben.
Die vorenthaltenen Dokumente im Umfang von etwa 4000 Seiten wurden inzwischen den Anwälten McVeighs übergeben. Es war erst am 10. Mai bekannt geworden, dass die Verteidigung nicht alle Dokumente erhalten hatte. Das FBI erklärte, dies sei versehentlich geschehen. Ashcroft wies mehrfach darauf hin, dass keines der Dokumente irgendwelche Zweifel an der Schuld McVeighs aufkommen lasse. Aus diesem Grund sprach sich der Justizminister erst in der vergangenen Woche gegen einen weiteren Hinrichtungsaufschub aus.
McVeigh wurde wegen des Bombenanschlags auf ein Behördengebäude in Oklahoma City zum Tode verurteilt. Er hat die Tat gestanden, bei der im April 1995 168 Menschen ums Leben kamen. Auf Rechtsmittel gegen den ersten Hinrichtungstermin hatte McVeigh verzichtet.