Oklahoma-Attentäter Einspruch gegen Hinrichtung?
Washington/Denver - McVeighs Anwälte sagten, ihr 33 Jahre alter Mandant sei bereit gewesen, am 16. Mai durch die Giftspritze zu sterben. Er wolle den Hinterbliebenen des Attentats keine weiteren Schmerzen bereiten. Der Antrag auf Verschiebung sei aber erforderlich, "um die Integrität des Strafrechtssystems zu fördern". Die Bundesjustiz habe widerrechtlich zahlreiche Dokumente nicht übergeben und damit das Gericht betrogen. Bundesrichter Richard Matsch setzte noch am Donnerstagabend eine Anhörung an.
Die Hinrichtung war ursprünglich bereits am 16. Mai geplant. Sie wurde wegen eines Fehlers des Bundeskriminalamtes FBI, das den Verteidigern beim Prozess rund 4000 Seiten Unterlagen vorenthalten hatte, auf den 11. Juni verschoben. Die Verteidiger sollten genügend Zeit haben die Dokumente anzusehen.
Die Anwälte äußerten sich davon überzeugt, dass immer noch wichtige Dokumente vom FBI zurückgehalten werden. Es gebe glaubwürdige Hinweise darauf, dass andere Personen in Verbindung mit dem Anschlag vernommen worden seien. Kurz nach dem Anschlag war nach einem geheimnisvollen Unbekannten gesucht worden, der angeblich in der Nähe des Tatorts mit McVeigh gesehen wurde. Außer McVeigh war nur ein Mittäter, Terry Nichols, vor Gericht gestellt und zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
McVeigh hat gestanden, 1995 ein Bundesgebäude in Oklahoma in die Luft gesprengt und damit den Tod von 168 Menschen verursacht zu haben. Es war der schlimmste Terroranschlag in der Geschichte der USA.
US-Justizminister John Ashcroft bekräftigte am Donnerstag in Washington, dass er eine zweite Verschiebung der Hinrichtung nicht kampflos hinnehmen werde. Es gebe keine neuen Zweifel an der Schuld McVeighs. Die Strafe nicht zu vollstrecken, würde den Opfern des Verbrechens und dem amerikanischen Volk nach Auffassung von Ashcroft die Gerechtigkeit versagen.