Oklahoma-Attentäter Tauziehen um Hinrichtung
Denver - Die Verteidigung McVeighs rief am Donnerstag ein Berufungsgericht an, um doch noch einen erneuten Hinrichtungsaufschub zu erreichen. In dem in Denver beim 10. US-Bezirksgericht eingereichten Antrag hieß es, die Verteidigung benötige mehr Zeit für die Prüfung erst kürzlich veröffentlichter Dokumente.
Ein Sprecher des Berufungsgerichts sagte, die drei Richter könnten innerhalb der nächsten Stunden über den Antrag entscheiden. Am Mittwoch hatte Bezirksrichter Richard Matsch einen Hinrichtungsaufschub abgelehnt. Nach dem Berufungsgericht bliebe McVeigh als letzte Instanz die Anrufung des Obersten Gerichtshofs in Washington, der bislang nur selten einen Aufschub in letzter Minute angeordnet hat.
Bezirksrichter Richard Matsch begründete seinen ablehnenden Bescheid damit, dass McVeigh unbestritten der Hauptverantwortliche des Bombenanschlags von Oklahoma gewesen sei. Auch das neu aufgetauchte Beweismaterial ändere "nichts an der Tatsache, dass Timothy McVeigh das Instrument von Tod und Zerstörung war".
Weil das FBI den Anwälten McVeighs vor dem Prozess nicht das gesamte Beweismaterial zur Verfügung gestellt hatte, war die ursprünglich für den 16. Mai geplante Exekution bereits auf den 11. Juni verschoben worden. McVeigh hat den Bombenanschlag auf ein Behördengebäude in Oklahoma City gestanden, bei dem im April 1995 insgesamt 168 Menschen ums Leben kamen.