Olympia 2012: Flaschenwurf auf Usain Bolt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
SPIEGEL ONLINE

Flaschenwurf auf Usain Bolt Judoka bringt betrunkenen Zuschauer zur Strecke

Mit ihr sollte man sich besser nicht anlegen: Judoka Edith Bosch verfolgte das olympische 100-Meter-Finale im Stadion - und griff zu, nachdem ein Betrunkener eine Flasche in Richtung Usain Bolt geworfen hatte. Am Ende ärgerte sich die Medaillengewinnerin aber über ihren Einsatz.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Vielen Zuschauern stockte der Atem: Sekunden vor dem Start des 100-Meter-Finales flog eine Flasche auf die Laufbahn im Londoner Olympiastadion. Sie landete nur wenige Meter hinter den Startblöcken, in denen die Läufer um Superstar Usain Bolt bereits auf den Schuss warteten. Geschleudert hatte die Flasche offenbar ein betrunkener Zuschauer.

Fotostrecke

Olympia 2012: Flaschenwurf im 100-Meter-Finale

Foto: Adam Pretty/ Getty Images

Der Wurf war sein erster Fehler, der zweite ein Sitzplatz in der Nähe der niederländischen Judoka Edith Bosch. Die Bronzemedaillengewinnerin in der Klasse bis 70 Kilogramm reagierte sofort. Sie stürmte auf den Mann zu und hielt ihn bis zum Eintreffen der Sicherheitskräfte fest.

Via Twitter  teilte die 32-Jährige später mit: "Ein betrunkener Zuschauer hat eine Flasche auf die Strecke geworfen. Ich habe ihn geschlagen...unglaublich." Der mutmaßliche Täter sei vorläufig festgenommen worden, sagte ein Polizeisprecher.

Zeugenaussagen zufolge schrie der Mann vor dem Flaschenwurf auch Beleidigungen in Richtung Usain Bolt. Die Flasche landete auf Bahn fünf - der Bahn von Bolts Landsmann Yohan Blake, der sich knapp zehn Sekunden später über die Silbermedaille freuen durfte.

Blake, Bolt und auch der drittplatzierte US-Amerikaner Justin Gatlin gaben hinterher an, beim Start und während des Rennens von diesem Zwischenfall nicht beeinflusst gewesen zu sein. "Es war ein bisschen Ablenkung und ich wusste nicht, was da los war", sagte Gatlin. "Aber wenn man in diesen Blocks steht und das ganze Stadion ist still, würde man auch eine Nadel hinfallen hören." Bolt, der das Rennen in 9,63 Sekunden gewann, sagte der BBC: "Ich habe nur von anderen nach dem Lauf davon erfahren, davon bemerkt habe ich nichts."

Die Show von Bolt verpasste Judoka Bosch übrigens wegen ihres Einsatzes gegen den Flaschenwerfer. Und das, obwohl sie eigentlich einen guten Platz ergattert hatte. "Wat een PIEP!!", twitterte sie, offensichtlich verärgert.

wit/sid/dpa/AP