Opec-Prozess "Todesangst vor dem Gefängnis"
Frankfurt am Main - Beltz sagte, Klein habe wegen seiner Abwendung vom Terrorismus eineinhalb Jahre nach dem Anschlag auf die Wiener Opec-Konferenz von 1975 panische Angst davor gehabt, von früheren Terror-Genossen als Verräter liquidiert zu werden.
Diese Angst, vor allem vor dem als "Carlos" bekannten Chef des Wiener Terrorkommandos, nannte Beltz in seiner Aussage berechtigt. Zusammen mit dem jetzigen Europa-Abgeordneten der Grünen, Daniel Cohn-Bendit, sowie "anderen Personen" habe er deshalb Klein geholfen, unterzutauchen und in Frankreich unerkannt eine neue Existenz zu beginnen. Gemeinsam habe man versucht, Klein davon zu überzeugen, sich den deutschen Behörden zu stellen, sagte Beltz. "Aber er hatte eine Todesangst vor dem Gefängnis."
Zielfahnder hatten Klein im September 1998 in einem Dorf in der Normandie aufgespürt. Im Prozess werden dem 52-Jährigen Mittäterschaft am dreifachen Mord sowie dreifachen Mordversuchs vorgeworfen. Der 57-jährige Mitangeklagte Rudolf Schindler wird beschuldigt, Klein zu dem Anschlag angestiftet zu haben. Im Eröffnungsbeschluss des Gerichts wird ihm auch mögliche Mittäterschaft vorgeworfen. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.