INTERNET Operation Schande
Wer in Chicago die Prostitution fördert, muss ab sofort damit rechnen, dass die Polizei seinen Namen und sein Foto auf ihrer Internet-Seite veröffentlicht. Das trifft nicht nur Zuhälter, sondern auch Freier. »Wer nach Chicago kommt, soll wissen: Wenn Sie eine Prostituierte ansprechen, werden Sie verhaftet. Und dann erfahren es Ihre Partnerin, Ihre Kinder, die Familie und der Arbeitgeber«, sagte der Bürgermeister der Stadt, Richard Daley, bei der Einweihung der Seite. Die ersten 200 Verdächtigen stehen schon online. Erwischten Freiern droht eine Geldbuße von 1000 Dollar und die Beschlagnahme ihres Autos. Dass Straftäter öffentlich zur Schau gestellt werden, ist in den USA nicht ungewöhnlich, auch andere Gemeinden veröffentlichen regelmäßig Namenslisten und Fotos - dabei geht es allerdings meist um schwerere Sexualstraftaten wie Vergewaltigung. Ähnlich wie in Chicago läuft in der Stadt Oakland bereits seit Februar eine »Operation Schande« gegen die Kunden von Prostituierten - die Behörden der kalifornischen Gemeinde veröffentlichen die Bilder der Freier allerdings nicht im Internet, sondern großformatig auf städtischen Reklametafeln.