Operation Trennung siamesischer Zwillinge dauert an
Singapur - Ein knapp 20-köpfiges Ärzteteam hatte am Freitag mit der Operation zur Trennung eines siamesischen Zwillingspaares begonnen. Bislang ist die Trennung der beiden am Hinterkopf zusammengewachsenen Säuglinge Ganga und Jamuna Shresta aus Nepal jedoch nicht gelungen. "Die Ärzte operieren noch immer", teilte eine Krankenhaussprecherin am Montag mit. Ein Ende sei noch nicht abzusehen. 36 Stunden sollte die Operation dauern.
Der gefährlichste Teil der Operation sei aber erfolgreich verlaufen, teilte der Leiter des Operationsteams den Eltern mit. Man habe die einzige Vene des elf Monate alten Zwillingspaares trennen können. Die Mädchen haben jeweils ein Gehirn in einem gemeinsamen Schädel.
Die völlig mittellosen Eltern waren mit ihren Babys im Oktober vergangenen Jahres aus Nepal nach Singapur gekommen. Ihr Schicksal hatte große Anteilnahme in der Bevölkerung ausgelöst. Insgesamt wurden 780.000 Mark für die Behandlung der Zwillinge gespendet. Die Ärzte verzichten auf ihr Honorar. Von langer Hand vorbereitet, sechs Monate lang, scheinen die Erfolgschancen der Operation gut. Die Hauptschwierigkeit der Operation ist, dass die Gehirne der Säuglinge in einigen Teile zusammengewachsen sind. In vier Fällen weltweit war erst ein Trennungsversuch erfolgreich. Nach 48 Stunden legte das Ärzteteam gestern eine Pause ein.
Die Mutter Sandhya Shrestha, 25, sagte der Zeitung "The Straits Times", die Ärzte hätten ihr gesagt, die Operation habe eine 80-prozentige Erfolgschance. Der Vater Bushan ist skeptischer. Er und seine Frau seien "etwas besorgt", und er bete in einem Hindu-Tempel für seine Töchter, so Bushan. Das Krankenhaus will sich erst nach Abschluss der komplizierten Operation zum Ergebnis äußern.
Die beiden Babys seien die Lieblinge der Ärzte und der Schwestern, hieß es. Sie lächelten immer und hätten ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Jamuna habe schon begonnen zu sprechen, sagte ihre Mutter. Ihr erstes Wort sei der Name ihrer Schwester Ganga gewesen.