Brandenburg Mehrere Weltkriegsbomben in Oranienburg entschärft
Einsatz in Oranienburg: Tausende müssen Häuser verlassen
Foto: Robert Roeske/ dpaIn der Stadt Oranienburg nördlich von Berlin rückten am Freitag die Bombenexperten an: Gleich vier Blindgänger mit chemischem Langzeitzünder waren auf einem Grundstück gefunden worden. Zwei der Fünf-Zentner-Bomben wurden nach Angaben der Stadt nach mehrstündiger Arbeit entschärft. In einem Sperrkreis von 1000 Metern um den Fundort mussten etwa 4300 Menschen ihre Wohnungen verlassen.
Wann der Sperrkreis wieder freigegeben werden kann, war am späten Nachmittag wegen der noch ausstehenden Entschärfungen offen. "Wahrscheinlich ist, dass die Anwohner am Abend in ihre Häuser zurückkehren dürfen", teilte eine Stadtsprecherin mit. Die Entschärfung ist schwierig, weil die Fliegerbomben in acht Metern Tiefe lagen.
Die Kreisstadt ist besonders durch Blindgänger belastet. Oranienburg war im Zweiten Weltkrieg ein wichtiger Standort der Rüstungsindustrie. Unter anderem gab es dort ein großes Heinkel-Flugzeugwerk, in dem Tausende KZ-Häftlinge arbeiten mussten.
Seit 1990 wurden etwa 190 Bomben gefunden. Bis zu 300 weitere werden dort noch im Erdreich vermutet. Rund 20.000 Bomben sollen im Zweiten Weltkrieg auf die Stadt abgeworfen worden sein.