Organskandal in Liverpool: Pathologe streitet alles ab - DER SPIEGEL
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Organskandal in Liverpool Pathologe streitet alles ab

Mehr als 2000 Kinderleichen soll der niederländische Pathologe Dick van Velzen in einem Liverpooler Krankenhaus illegal Organe entnommen haben. Aber der Professor wehrt sich gegen die Vorwürfe.
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London - In einer BBC-Sendung sagte der Arzt, er habe am Kinderkrankenhaus Alder Hey in Liverpool nur auf Anweisung des Managements gehandelt. Nie habe er ohne Einverständnis der Eltern Obduktionen ausgeführt. "Es ist nicht meine Schuld, wenn die Leute vergessen haben, den Eltern zu erklären, was eine Obduktion bedeutet", sagte van Velzen, 51, der BBC.

Der Professor, der in Holland unter Polizeischutz steht, hatte zwischen 1988 und 1995 als Chefpathologe an der Klinik gearbeitet. In einem offiziellen britischen Untersuchungsbericht war ihm vorgeworfen worden, "systematisch und illegal" die Organe von allen dort verstorbenen Kindern entnommen zu haben. Die britische Polizei hat Ermittlungen in dem Fall aufgenommen. Gegen van Velzen besteht auch in Halifax, Kanada, Haftbefehl in Zusammenhang mit der Entnahme und Aufbewahrung von Organen. Der Arzt war dort anschließend tätig.

Der britische Gesundheitsminister Alan Milburn bezichtigte van Velzen im Unterhaus in der vergangenen Woche ferner der Lüge sowie der Fälschung von Statistiken und beruflichen Qualifikationen. Die britische Ärztekammer hat van Velzen die Zulassung zur Tätigkeit in Großbritannien entzogen.

Der Arzt sagte, er habe in Liverpool "unzumutbare Zustände" vorgefunden. Seit Jahren habe sich dort niemand um die Interessen der betroffenen Eltern gekümmert. Auch er habe in dieser Hinsicht "keinerlei Unterstützung" vom Management des staatlichen Krankenhauses erhalten. In Alder Hey wurden die Organe von mehr als 2000 Kindern zurückbehalten.