Organspende nach Bombenterror Ein Geschenk des Lebens
Jerusalem - Der 19-jährige Yoni Jesner war am vergangenen Donnerstag bei einem Selbstmordattentat auf einen Bus in Tel Aviv so schwer am Kopf verletzt worden, dass er einen Tag später im Krankenhaus Ichilov starb. Insgeamt waren bei dem Anschlag sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Familie des Jungen, die im schottischen Glasgow lebt, entschied, die Organe ihres Sohnes zu spenden.
Eine Niere des Jungen wurde bereits erfolgreich transplantiert. Die Operation rettete das siebenjährige palästinensische Mädchen Yasmin Abu Ramila aus Ost-Jerusalem, das an einem genetischen Defekt leidet und zwei Jahre auf das neue Organ warten musste. Nun erholt sie sich in einem Krankenhaus in der Nähe von Tel Aviv.
"Ich weiß nicht, wie ich der Familie des Opfers dieses Angriffs danken soll", zitiert die britische "BBC" die Mutter des arabischen Mädchens. "Ich fühle ihren Schmerz und danke ihnen für die Organspende, die meiner Tochter das Leben gerettet hat."
Der Bruder des Getöteten, der 26-jährige Ari Jesner, erklärte nach Angaben der israelischen Zeitung "Jerusalem Post", seine Familie sei Stolz darauf, dass sie mit Yonis Tod wenigstens andere Leben habe retten können. Er betonte, dass der Wert des Lebens über nationale, religiöse, oder politische Überlegungen hinaus gehe.
Yoni Jesner, der in Glasgow Medizin studierte, war im vergangenen Jahr nach Israel gekommen, um ein Jahr an einem Jüdischen Seminar, einer sogenannten Yeshiva, zu verbringen. Erst im Juli, so die "Jerusalem Post", soll er sich entschieden haben, sein Studium für ein weiteres Jahr auszusetzen und solange in Israel zu bleiben. Wie sein Bruder erklärte, habe Yoni geplant, sich nach seinem Abschluss ganz in Israel niederzulassen und dort als Arzt zu arbeiten. Am Freitag wurde Yoni Jesner in Jerusalem beerdigt.