Orkan Jeanett hinterließ Spur der Verwüstung
Hamburg - Bis zum Morgen zog das Sturmtief über den Osten Deutschlands hinweg. Während der Sturm am Sonntag im Westen erhebliche Schäden verursacht hatte, blieben die Auswirkungen während der Nacht im Osten begrenzt.
Züge gestoppt: THW-Mitarbeiter reparieren eine heruntergerissnene Oberleitung bei Bonn
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Sachschäden in ganz Deutschland: In Erfurt wird ein Baugerüst weggeweht
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Von Trümmern erschlagen: Im westfälischen Hamm wurde ein Mann durch ein herabstürzendes Dach getötet
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Blockierte Fahrbahnen: Feuerwehrleute beseitigen umgestürzte Bäume
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Umgestürzte Bäume: Auch Hamburg wurde von "Jeanetts" Orkanböhen heimgesucht
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Feuerwehr im Dauereinsatz: Im Hambruger Hafen bergen die Einsatzleute umgestürzte Container
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Schäden auch in Ostdeutschland: Abgestürzter Kirchturm im thüringischen Stotternheim
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Dachschaden: Vielerorts wurden Autos von umgerissen Bäumen getroffen - wie hier in Koblenz
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Sturmtief "Jeanett": Verwüstung auch im hessischen Heusenstamm
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Besonders schwer traf es Nordrhein-Westfalen, wo allein fünf Menschen bei sturmbedingten Unfällen starben. Im westfälischen Hamm starb ein 38-jähriger Mann unter den Trümmern eines eingestürzten Daches. Eine 21-Jährige erlag den Folgen ihrer Verletzungen, nachdem sie während eines Waldspaziergangs bei Bonn von einem umstürzenden Baum getroffen worden war. In Aachen fiel nach Angaben der Polizei ein 70-Jähriger in einen überlaufenden Gully und ertrank.
Nahe der deutsch-niederländischen Grenze bei Bocholt stürzte ein Baum auf den Wagen einer Familie. Der Polizei zufolge wurde dabei eine 39-jährige Frau getötet, ihr Mann und ihr Kind wurden schwer verletzt. In Mettmann bei Düsseldorf wurde eine 43-Jährige von einem Feuerwehrmann auf dem Weg zum Einsatz überfahren und tödlich verletzt. In Hamburg, Hessen und Schleswig-Holstein und Brandenburg fielen weitere sechs Menschen dem Orkan zum Opfer.
Auch Großbritannien hatte schwer unter dem Sturmtief zu leiden. Neun Menschen kamen ums Leben, der Sturm gilt dort als der verheerendste seit 15 Jahren. Rund 280.000 britische Haushalte waren am Montagmittag noch von der Stromversorgung abgeschnitten, Eisenbahnverbindungen sowie der Flugverkehr waren weiterhin eingeschränkt. Der Gesamtschaden wird auf 50 Million Pfund (80 Millionen Euro) geschätzt.
Im übrigen Europa gab es weitere Todesopfer. In Frankreich und den Niederlanden kamen mindestens je vier, in Belgien und Polen je zwei Menschen ums Leben. Aus der Schweiz wurden ebenfalls Tote gemeldet.
Auf dem Fichtelberg im Erzgebirge tobte der Orkan mit einer Windgeschwindigkeit bis zu 183 Kilometern in der Stunde. Auf dem Brocken wurde nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes Tempo 176 gemessen.
Der Kern des Tiefs war am Sonntag sehr rasch von Großbritannien über Dänemark und den Westen Polens gezogen und hatte bereits am Sonntagmorgen den Westen Deutschlands erreicht.
"Jeanett" hinterließ eine Spur der Verwüstung: Bäume und Strommasten stürzten um, Kirchtürme knickten ein, Gebäude wurden beschädigt, Baugerüste durch die Luft geschleudert. Starke Regenfälle überfluteten Straßen und Keller. Wegen Lebensgefahr wurden die Menschen aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Der Flug- und Bahnverkehr brach vielerorts zusammen. Zehntausende Bahnreisende saßen noch in der Nacht teilweise stundenlang in blockierten Zügen fest, Straßen und Autobahnen waren gesperrt. In hunderten Orten in Nordbayern und Thüringen fiel der Strom aus.
Die Feuerwehren wurden nach Angaben des Deutschen Feuerwehrverbandes zu mehr als 50.000 Einsätzen gerufen. Dabei seien 150.000 Feuerwehrleute unterwegs gewesen.
Auch rund 3200 Mitglieder des Technischen Hilfswerks waren bis in die frühen Morgenstunden beschäftigt. In Berlin gingen am Montagmorgen immer noch zahlreiche Einsatz-Rufe ein, der Feuerwehrausnahmezustand wurde erst am späten Vormittag aufgehoben.
Die Einsatzkräfte hatten am Montagmorgen noch keine Übersicht über das ganze Ausmaß der Schäden. Im Laufe des Vormittags beruhigte sich die Lage. Im Norden und Osten folgten auf das Sturmtief Schauer und Gewitter. Viele Straßen und Bahnverbindungen bleiben jedoch blockiert. Die Deutsche Bahn will die Sturmschäden nach eigenen Angaben bis Dienstagmorgen beseitigen und wieder nach Fahrplan fahren. Dazu seien insgesamt bis zu 1600 zusätzliche Bahnmitarbeiter im Einsatz.