Attentat von Orlando Besitzerin will Schwulenclub "Pulse" in Museum verwandeln
Schauplatz der Gewalt
Foto: Gerardo Mora / AFPDer Schwulenclub "Pulse" in Orlando im US-Bundesstaat Florida, in dem ein Attentäter vor knapp einem Jahr Dutzende Menschen tötete, soll in ein Museum und eine Gedenkstätte umgewandelt werden. Wie die Besitzerin Barbara Poma ankündigte, will sie damit "dauerhaft" einen Beitrag zur Aufarbeitung der Tragödie leisten. Ihr Club sei bereits "heiliger Boden".
Der 29-jährige Omar Mateen, ein US-Bürger und Sohn afghanischer Einwanderer, hatte am 12. Juni 2016 im "Pulse" 49 Menschen erschossen und 68 weitere verletzt, bevor er von Polizisten getötet wurde.
Radikalisierung im Internet
Der Attentäter hatte sich offenbar durch dschihadistische Propaganda im Internet radikalisiert. Während der dreistündigen Geiselnahme bekannte er sich in Anrufen bei der Polizei zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und schwor IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi die Treue.
Der Club ist seit dem Attentat geschlossen. Vor dem Gebäude zünden Besucher immer wieder Kerzen an und legen Blumen für die Opfer nieder. Poma hatte ein Angebot der Stadt abgelehnt, die den Club für 2,25 Millionen Dollar kaufen wollte, um eine staatliche Gedenkstätte daraus zu machen.
Das nun geplante Museum soll von der Stiftung OnePULSE betrieben werden, die Poma kurz nach dem Anschlag gründete. Genaue Pläne gibt es aber noch nicht. Poma hofft nach eigenen Angaben auf die Hilfe von Angehörigen der Opfer und Überlebenden sowie von Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungssanitätern.