Ostalgie: Russen feiern Oktoberrevolution - DER SPIEGEL
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Ostalgie Russen feiern Oktoberrevolution

Die kommunistische Opposition in Russland feierte den 87. Jahrestag der Oktoberrevolution - und protestierte zugleich gegen dessen Abschaffung als Feiertag. Auch die Sozialpolitik der Regierung Putin bekam bei den Demonstrationen ihr Fett weg.
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Moskau - Mit Demonstrationen und Kundgebungen haben tausende Menschen in Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken den 87. Jahrestag der Oktoberrevolution begangen. In Moskau zogen mehr als 8000 Menschen mit sowjetischen Flaggen und einem riesigen Porträt des Revolutionsführers Wladimir Lenin durch die Stadt. Der kommunistischen Partei nahe Quellen sprechen gar von 40.000 Demonstrationsteilnehmern. Weltkriegsveteranen marschierten über den Roten Platz, gedachten der Belagerung Moskaus 1941 und legten Blumen am Grab des Unbekannten Soldaten nieder.

Die Proteste richteten sich einerseits gegen Präsident Wladimir Putin und dessen Sozialpolitik. Andererseits wandten sich die Demonstranten gegen einen Vorstoß regierungsnaher Abgeordneter, den 7. November als Feiertag durch einen Tag der Nationalen Einheit am 4. November zu ersetzen. Am Mittwoch will die Duma in erster Lesung über den Vorschlag beraten.

"Der Tag der Oktoberrevolution war und ist ein herausragendes Ereignis und kann nicht abgeschafft werden", sagte Gennadi Sjuganow, Vorsitzender der Kommunistischen Partei. "Die Menschen haben für diesen Feiertag gelitten. Niemand hat das Recht, auf unserer Geschichte herumzutrampeln", zitierte ihn die Nachrichtenagentur ITAR-Tass. Laut einer Umfrage des Romir-Instituts sind 77 Prozent der Russen für die Beibehaltung des Revolutionstages.

Offenbar auch die Unterstützer des ultrarechten Nationalen Bolschevistischen Partei, die die Moskauer Demonstration zusammen mit den Kommunisten unterstützte. Vor allem aus deren Reihen sollen gegen die USA gerichtete Parolen zu hören gewesen sein, die sich gegen amerikanische Sanktionsdrohungen gegen den Weißrussischen Präsidenten Lukaschenko richteten.

Der so genannte Sturm auf den Winterpalast in St. Petersburg, der 1917 den Sieg der Bolschewiki über die bürgerliche Regierung besiegelte, fand nach dem damals in Russland gültigen Julianischen Kalender in der Nacht vom 24. zum 25. Oktober statt. Nach dem später eingeführten Gregorianischen Kalender fällt dieses Datum auf den 7. und 8. November.