Osterfeierlichkeiten Papst will Segen vom Fenster aus erteilen
Rom - Möglicherweise wird sich Johannes Paul II. mit der bloßen Geste des Segnens begnügen. Das 84-jährige Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche hat letztmals am Tag seiner Entlassung aus dem Krankenhaus vor zwei Wochen in der Öffentlichkeit gesprochen. Seither ist seine Erholung von einem Luftröhrenschnitt Vatikan-Vertretern zufolge schleppender verlaufen als erhofft. Zum ersten Mal in seiner 26-jährigen Amtszeit kann er die Osterfeiern nicht selber leiten.
Die Osterbotschaft des Papstes soll am Mittag Erzbischof Leonardo Sandri verlesen, genauso wie die päpstlichen Ostergrüße, die Johannes Paul II. nach dem Segen immer in vielen Sprachen gesprochen hat.
Auch an der Ostermette in der vergangenen Nacht konnte der Papst nicht teilnehmen. Er ließ aber vom Zelebranten der Messe, Kardinal Joseph Ratzinger, eine Botschaft an die Gläubigen verlesen, in der er ihnen das göttliche Geschenk des Osterfriedens versprach. "Welch wirklich ungewöhnliche Nacht", hieß es darin in einer leichten Abwandlung eines liturgischen Textes der Osternacht, in der die Katholiken die Wiederauferstehung von Jesus Christus feiern. Die Menschen im bis auf den letzten Platz gefüllten Petersdom reagierten mit spontanem Beifall, der spüren ließ, wie sehr sie die Abwesenheit ihres Oberhauptes gerade beim freudvollsten Fest des katholischen Kirchenjahres schmerzte.
Wegen akuter Atembeschwerden in Folge einer Grippe musste der Papst im Februar und im März zwei Mal ins Krankenhaus gebracht werden. Johannes Paul II. leidet zudem chronisch an der Parkinson-Krankheit und einer schweren Arthritis. Seit er am 13. März in den Vatikan zurückgekehrt ist, war er fünf Mal in der Öffentlichkeit zu sehen. In zwei Fällen handelte es sich um Übertragungen des Vatikan-Fernsehens.