Paderborn Kardinal Degenhardt ist tot
Paderborn - Degenhardt wurde 76 Jahre alt. Seinen Tod teilte die bischöfliche Pressestelle mit. Degenhardt war 1926 im westfälischen Schwelm geboren und hatte später in Paderborn und München Philosophie und Theologie studiert. Zum Bischof war Degenhardt 1968 geweiht und 1974 zum Erzbischof von Paderborn gewählt worden. Im Februar vergangenen Jahres hatte ihn der Papst zum Kardinal erhoben.
Für Schlagzeilen sorgte Degenhardt 1991/1992 mit monatelangen Auseinandersetzungen mit dem Priester und Kirchenkritiker, Hochschullehrer und Psychotherapeuten Eugen Drewermann. In seiner Eigenschaft als zuständiger Dienstherr entzog er Drewermann im Oktober 1991 die Lehrbefugnis für das Fach Katholische Dogmatik an der Theologischen Fakultät Paderborn. Mitte Januar 1992 nahm er ihm auch noch die Predigerlaubnis und leitete im selben Monat ein außergerichtliches kirchliches Strafverfahren gegen den Theologen ein. Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz, dem alle Ortsbischöfe angehören, unterstützte diese Entscheidung. Im März 1992 suspendierte Degenhardt Drewermann von seinem Priesteramt.
Im Januar 2001 wurde Degenhardt - eine Woche nach der Ernennung von 37 neuen Kardinälen - überraschend mit sechs weiteren Mitgliedern des "Heiligen Kollegiums", darunter auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Mainzer Bischof Karl Lehmann, vom Papst zum Kardinal ernannt.