Pädophile Priester: Bistum will nicht länger vertuschen - DER SPIEGEL
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Pädophile Priester Bistum will nicht länger vertuschen

Das katholische Bistum Hildesheim hat beim Umgang mit pädophilen Priestern Fehler zugegeben. In mehreren Fällen seien die Täter vor Bestrafung verschont geblieben.
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Hildesheim/Berlin - Seit Beginn der achtziger Jahre seien im Bistum Hildesheim "fünf bis sechs" Fälle bekannt geworden, mindestens in einem Fall vor etwa 20 Jahren blieb der Täter unbestraft, berichtete Domkapitular Werner Holst: "Es wurde sicher zu wenig getan. Wir haben uns zwar um die Opfer gekümmert. Aber auch ich dachte damals, wenn man die Täter in ein Kloster bringt, wo sie Buße tun, sei das genug. Das war falsch." In heutiger Zeit werde "sofort gehandelt", wenn sich ein Verdacht erhärte.

"Der Schutz des Opfers hat für uns absoluten Vorrang", sagte Holst. Wenn sich die Vorwürfe nach einer sorgfältigen Recherche bestätigten, bestehe das Bistum auf einer Anzeige. "Der betroffene Priester muss sich den strafrechtlichen Konsequenzen seines Verhaltens stellen", heißt es in einem Interview der bischöflichen Pressestelle weiter. Wenn ein "auffälliger Priester" in den Dienst zurückkehre, dürfe er "auf keinen Fall mehr Kontakt zu Kindern haben". Eine Therapie sei mittlerweile vorgeschrieben. "Vertuschen, Wegschieben und Verdrängen, das darf nicht sein", sagte Holst. Jeder Fall sei für die Kirche eine "Katastrophe" mit Langzeitfolgen für das Opfer. Die deutschen Bistümer müssten eine gemeinsame Strategie entwickeln.

Auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Hans Joachim Meyer, sprach von Fehlern der Kirche beim Umgang mit dem Problem des sexuellen Missbrauchs. Sie habe diesem Aspekt in der Vergangenheit nicht genügend Beachtung geschenkt, sagte Meyer im Deutschlandradio Berlin. Jetzt müsse entschiedener vorgegangen werden, wie es auch schon der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, gefordert habe.

Ein anderer Aspekt sei, dass wohl erst jetzt richtig erkannt werde, "dass es sich um Neigungen handelt, die kaum oder gar nicht korrigierbar sind". Das sei auch in der gesamten Gesellschaft eine neue Erkenntnis. Daher müsse man in solchen Fällen "jede Art von Versuchbarkeit ausschließen". Zugleich betonte Meyer, dass er eine Entschuldigung der gesamten Kirche nicht für notwendig hält. "Menschen haben sich an Priester gewandt und die haben versagt. Man kann nicht sagen, die Kirche hat versagt", sagte er.