Pakistan Flugzeug Absturz - DER SPIEGEL
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Flugunglück Passagiermaschine stürzt in Pakistan ab

Ein Flugzeug mit 127 Menschen an Bord ist in der Nähe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad abgestürzt. Am Unglücksort hätten schlechte Wetterbedingungen geherrscht. Die Maschine wurde bei dem Aufprall komplett zerstört.
Flugunglück: Passagiermaschine stürzt in Pakistan ab
Flugunglück: Passagiermaschine stürzt in Pakistan ab

Flugunglück: Passagiermaschine stürzt in Pakistan ab

Foto: AAMIR QURESHI/ AFP
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Islamabad - Nahe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ist ein Passagierflugzeug abgestürzt. Zum Zeitpunkt des Unglücks hätten schlechte Wetterbedingungen geherrscht, teilte die pakistanische Polizei mit. Der Himmel über der Stadt war zunächst nur bedeckt, am Abend, zum Zeitpunkt der Landung, entlud sich dann ein schweres Gewitter.

Die genaue Absturzstelle liegt im Ort Hussainabad, wenige Kilometer vom Flughafen entfernt. Der Benazir-Bhutto-International Airport, der Flughafen der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, liegt geografisch in der Nachbarstadt Rawalpindi. Anwohner berichteten, das Flugzeug sei in Gebäude gestürzt. Die Flugzeugtrümmer und mehrere Häuser standen in Flammen.

Augenzeugen berichteten von einem großen Feuerball an der Absturzstelle. Krankenwagen waren auf dem Weg dorthin, in allen Krankenhäusern von Islamabad und Rawalpindi stellte sich das Personal auf Alarmbereitschaft ein.

Nach Angaben der Rettungskräfte finde man im Umkreis von "mindestens einem Kilometer" Teile des Flugzeugs. Auch Körper von Passagieren und Gepäck seien in diesem Bereich zu finden. Am Abend waren Soldaten, Sicherheits- und Rettungskräfte dabei, die weiträumig abgeriegelte Absturzstelle mit Taschenlampen abzusuchen und Körperteile in weißen Säcken einzusammeln. Die Arbeiten würden "mindestens bis Samstagvormittag" andauern, hieß es.

Keine Notrufe aus dem Cockpit

Über die Absturzursache wollten sich Polizei, Militär und Flughafenverantwortliche nicht äußern. Sie alle sagten aber, es deute nach ersten Hinweisen vieles auf das schlechte Wetter hin. Zuvor hatten mehrere Augenzeugen unabhängig voneinander gesagt, sie hätten gesehen, wie die Maschine im Landeanflug von einem Blitz getroffen worden sei. Daraufhin sei sie abgestürzt und explodiert.

Ein Polizeisprecher sagte SPIEGEL ONLINE, vermutlich habe kein Passagier überlebt, die Maschine sei "komplett zerstört". Die Rettungsarbeiten würden zu diesem Zeitpunkt aber laufen. Die Armee hat rund 100 Soldaten zur Unterstützung geschickt. Die Absturzstelle wurde von Sicherheitskräften abgesperrt.

Nach Angaben der Polizei wurden bei dem Absturz in Hussainabad zehn Häuser beschädigt, aber niemand am Boden verletzt. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig, da es schon dunkel sei und es noch stark regne. Pakistan leidet unter Energieknappheit, in Islamabad und Umgebung fällt der Strom täglich bis zu zehn Stunden aus. Der Stromausfall sei nun auch bei den Rettungsarbeiten hinderlich.

Ein Flughafensprecher erklärte, der Tower des Flughafens habe keinerlei Notruf aus dem Cockpit der Unglücksmaschine erhalten. Derzeit sei man damit beschäftigt, die am Flughafen auf ihre Angehörigen Verwandten über den Absturz zu informieren.

Der zweite Absturz in zwei Jahren

Nach Angaben der zivilen Luftfahrtbehörde CAA handelte es sich bei der Unglücksmaschine um eine Boeing 737 der Fluglinie Bhoja. Sie kam aus der südpakistanischen Hafenmetropole Karatschi und war im Landeanflug auf Islamabad.

Bei Bhoja Air handelt es sich um eine kleine, private pakistanische Fluglinie mit Sitz in Karatschi. Sie wurde Anfang der neunziger Jahre gegründet. 2010 stellte sie ihren Betrieb wegen finanzieller Schwierigkeiten vorerst ein, berichteten pakistanische Fernsehsender. Erst am 6. März 2012 hatte sie wieder den Betrieb aufgenommen.

Es handelt sich um den zweiten Absturz einer Passagiermaschine in Islamabad innerhalb der vergangenen zwei Jahre. Im Sommer 2010 war ein Airbus A321 der pakistanischen Fluggesellschaft Air Blue in den Margalla Hills, den Ausläufern des Himalaya im Norden von Islamabad, zerschellt. Auch diese Maschine befand sich bei schlechtem Wetter im Landeanflug auf Islamabad.

kaz/jbr/afp/dpa