Panik: Schwere Nachbeben in Indien - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Panik Schwere Nachbeben in Indien

Eine Serie heftiger Nachbeben in Nordwestindien hat das Leid der Überlebenden im Katastrophengebiet noch vergrößert. Viele Menschen sprangen in Panik aus Fenstern und von Balkonen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bhuj - Tausende Bewohner der Erdbebenregion verbrachten die Nacht aus Furcht vor weiteren Beben im Freien. Das Epizentrum des Bebens mit einer Stärke von 5,3 auf der Richterskala lag nach Behördenangaben 20 Kilometer nordöstlich der Stadt Bhachau. Der Ort wurde bereits durch das schwere Erdbeben Ende Januar zu 90 Prozent zerstört.

In Ahmedabad seien die Menschen in Panik auf die Straßen gelaufen und hätten die Nacht im Freien verbracht, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Die Erschütterung war auch in den Städten Baroda, Rajkot, Bhavnagar und Surat zu spüren. Berichte über neue Schäden gibt es bislang nicht. Es sei davon auszugehen, dass die Auswirkungen des Bebens wohl nicht schwer wiegend seien.

Das neue Beben war nach Angaben des Meteorologischen Instituts das schwerste seit dem vom 26. Januar, das eine Stärke von 7,7 auf der Richterskala hatte. Damals starben mehr als 30.000 Menschen, Hunderttausende sind noch immer obdachlos. Seit dem Hauptbeben seien 234 Nachbeben registriert worden, sagte ein Sprecher des Meteorologischen Instituts. Mindestens fünf davon hatten eine Stärke von mehr als fünf auf der Richterskala.

Trotz internationaler Hilfe und Unterstützung aus ganz Indien wird in Gujarat mangelnde Koordination beklagt. Obwohl mehr als 60.000 Zelte allein in der Region Bhuj gebraucht würden, seien bislang erst 3500 Zelte angekommen, sagte ein Vertreter der Stadtverwaltung von Bhuj. Unterdessen bot der indische Nachbarstaat Maharashtra an, Ärzte in Gujarat für den Umgang mit traumatisierten Überlebenden zu schulen.