Papst-Attentäter "Ich hatte Hilfe aus dem Vatikan"
Rom - "Ohne Hilfe einiger Priester und Kardinäle hätte ich das Attentat niemals ausführen können", sagte der in der Türkei inhaftierte Agca der römischen Zeitung "La Repubblica". Der Vatikan widersprach dieser Darstellung: "Ich denke, das ist völliger Quatsch. Ali Agca war schon immer ein Geschichtenerzähler und kein Enthüller von Tatsachen", zitierten italienische Medien den italienischen Kurienkardinal Roberto Tucci.
Zugleich kündigte Agca auch neue Enthüllungen in einem Buch an. Agca hatte am 13. Mai 1981 auf dem Petersplatz auf den Papst geschossen und ihn schwer verletzt. Die Hintergründe des Verbrechens wurden niemals völlig geklärt. Seit Jahren spekulieren vor allem italienische Medien immer wieder, der damalige sowjetische Geheimdienst KGB habe das Attentat in Auftrag gegeben. Häufig heißt es auch, der bulgarische Geheimdienst und die Stasi hätten die Finger mit im Spiel gehabt. Agca saß zunächst in Italien im Gefängnis, im Jahr 2000 kam er in seine türkische Heimat.
Der Sprecher der Stasi-Unterlagen-Behörde, Christian Booß, sagte, sein Haus habe keinerlei Erkenntnisse über eine Verwicklung der DDR-Staatssicherheit in das Papst-Attentat. Aus den bislang gefundenen Unterlagen gebe es auch keine Hinweise auf den bulgarischen Geheimdienst oder den sowjetischen KGB.