Papst Franziskus ernennt 17 neue Kardinäle - DER SPIEGEL
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Papst ernennt Geistliche Das sind die 17 neuen Kardinäle

Papst Franziskus hat 17 neue Kardinäle ernannt. Seine Entscheidung ist auch eine Spitze gegen US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump.
Papst Franziskus bei einer Messe am Petersplatz in Rom
Papst Franziskus bei einer Messe am Petersplatz in Rom

Papst Franziskus bei einer Messe am Petersplatz in Rom

Foto: ALESSANDRO BIANCHI/ REUTERS
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Papst Franziskus hat bekannt gegeben, wer ab 19. November in das Kardinalskollegium aufgenommen wird. Die 17 Kandidaten kommen aus elf Nationen. Vier von ihnen sind älter als 80 Jahre - und damit bei einer Papstwahl nicht stimmberechtigt.

Als Überraschung gilt die Wahl des US-Amerikaners Joseph Tobin. Der Erzbischof von Indianapolis hat sich bereits mit Michael Pence angelegt, dem Vizepräsidentschaftskandidaten von Donald Trump. Pence ist Gouverneur von Indiana und hatte gefordert, syrische Flüchtlinge nicht in seinem Bundesstaat aufzunehmen. Erzbischof Tobin hatte sich daraufhin öffentlich gegen Pence gestellt.

Die Wahl Tobins könne man als politische Botschaft interpretieren, sagte Vatikan-Experte Massimo Faggioli von der Universität Villanova in Pennsylvania. Unter den neuen Kardinälen ist zudem der Botschafter des Vatikans in Damaskus, Erzbischof Mario Zenari. Darin zeige sich die hohe Bedeutung, die der Papst dem Syrienkonflikt zuschreibe, hieß es bei Radio Vatikan.

Auf der Liste stehen wieder Kandidaten aus Entwicklungs- und Schwellenländern, wie der Zentralafrikanischen Republik, Mauritius und Mexiko. Doch auch zwei stimmberechtigte Europäer sind dabei: Carlos Osoro Sierra, Erzbischof von Madrid und Jozef de Kesel, Erzbischof von Mecheln-Brüssel. Mit Franziskus' Entscheidung verlieren die Europäer im Kardinalskollegium zwar an Einfluss - doch sie stellen mit 54 von 121 Wahlberechtigten noch immer die größte Gruppe.

Auch ein einfacher albanischer Priester wird Kardinal: Ernest Simoni. Der 87-Jährige war während der kommunistischen Herrschaft 1963 zunächst zum Tode und anschließend zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Er verbrachte insgesamt 18 Jahre im Gefängnis. Seine Geschichte hatte den Papst bei einem Besuch in Albanien 2014 zu Tränen gerührt.

Das sind die 17 neuen Kardinäle

Name Funktion
Mario Zenari Botschafter des Vatikan in Syrien
Dieudonné Nzapalainga Erzbischof von Bangui (Zentralafrika)
Carlos Osoro Sierra Erzbischof von Madrid
Sergio da Rocha Erzbischof von Brasilia (Brasilien)
Blase J. Cupich Erzbischof von Chicago
Patrick D'Rozario Erzbischof von Dhaka (Bangladesch)
Baltazar Enrique Porras Cardozo Erzbischof von Mérida (Venezuela)
Jozef De Kesel Erzbischof von Mecheln-Brüssel
Maurice Piat Erzbischof von Port Louis (Mauritius)
Kevin Joseph Farrell Ehemaliger Erzbischof von Dallas
Carlos Aguiar Retes Erzbischof von Tlalnepantla (Mexico)
John Ribat Erzbischof von Port Moresby (Papua-Neuguinea)
Joseph William Tobin Erzbischof von Indianapolis
Anthony Soter Fernandez Ehemaliger Erzbischof von Kuala Lumpur (Malaysia)
Renato Corti Ehemaliger Erzbischof von Novara (Italien)
Sebastian Koto Khoarai Ehemaliger Erzbischof von Mohale's Hoek (Lesotho)
Ernest Simoni Priester in Shkodra (Albanien)
jpz/rtr/dpa