Statt Rom-Reise Franziskus ruft Argentinier zu Spenden auf
Papst Franziskus: Erspart euch die beschwerliche und kostspielige Reise nach Rom
Foto: AFP/ Osservatore RomanoRom - Im Eiltempo nimmt Papst Franziskus die Arbeit auf. Täglich setzt Jorge Mario Bergoglio neue Zeichen. Seine Landsleute in Argentinien hat der 76-Jährige gebeten, nicht nach Rom zu seiner Amtseinführung zu reisen. Der Flug sei lang und teuer, man solle besser das Geld den Armen spenden. Dies habe der Papst in einem Telefongespräch dem Nuntius in Buenos Aires, Emil Paul Tscherrig, gesagt, teilte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi mit: "Das ist sein Stil."
Auch auf anderen Wegen kam die päpstliche Bitte in Argentinien an. Der Industrieverband UIA bereitete bereits einen Charterflug nach Rom vor, als ein Anruf eines lokalen Kirchensprechers ihn davon abhielt. Der Papst wolle keine Delegationen empfangen, erklärte der Leiter der Sozialpastorale, Carlos Accaputo, wie die Nachrichtenagentur dyn berichtete. "Habt Geduld, er wird nach Argentinien kommen", sagte Accaputo.
Der Bischof von Gualeguaychú, Jorge Lozano, vermittelte seinerseits den argentinischen Gouverneuren die Botschaft des Papstes, die Kosten einer Rom-Reise den Bedürfnissen der Armen in ihren Provinzen zuzuwenden, wie die Zeitung "Clarín" berichtete. Die Präsidentin Cristina Kirchner wird dennoch mit einer kleinen Delegation von neun Personen zur Amtseinführung am kommenden Dienstag fliegen.
Franziskus, der "Anwalt der Armen", wie er genannt wird, führt auch neue Sitten in Rom ein. Er verzichtet auf besonders prunkvolle Gewänder, will keinen Hermelin tragen und zahlt seine Rechnung im Gästehaus während des Konklaves selbst. Er sei ein bescheidener Mann, sagen Weggefährten in Argentinien: "Er fuhr mit der U-Bahn, lebte in einem kleinen Appartement statt im Palast der Erzdiözese, hatte kein Auto, trug schlichtes Schwarz ohne Würdezeichen."
Auch dem Alter kann der neue Papst etwas abgewinnen: "Liebe Brüder", sagte er während einer Audienz zu den Kardinälen, "die Hälfte von uns ist im fortgeschrittenen Alter. Aber das Alter, würde ich sagen, ist der Sitz von Lebensweisheit. Lasst uns diese Weisheit den Jungen weitergeben, wie Wein, der gereift besser wird". Frei nach Hölderlin rezitiert er: "Es ist ruhig das Alter - und fromm."