Kindesmissbrauch und Geldwäsche Papst Franziskus stärkt Strafrecht des Vatikans
Reformer im Vatikan: Papst Franziskus auf Lampedusa
Foto: Ciro Fusco/ dpaRom - Reform im Strafrecht des Vatikans: Verbrechen gegen Kinder und Missbrauch von Minderjährigen werden künftig schärfer geahndet. Auch Geldwäsche und Korruption sollen in Zukunft härteren Richtlinien unterliegen. Papst Franziskus hat in Rom ein Apostolisches Schreiben veröffentlicht, das zusammen mit drei Gesetzen weitreichende Änderungen einführt.
Mit den neuen Gesetzen soll die Justiz des Vatikans internationalen Standards entsprechen. Straftatbestände wie die Prostitution von Kindern, sexuelle Gewalt gegen sie und Kinderpornografie sind präziser definiert. Zudem gelten die neuen Normen, die ab dem 1. September in Kraft treten, nicht nur für den Vatikanstaat, sondern für alle Mitglieder, Vertreter und Beschäftigten der Organe des Heiligen Stuhls.
Mit dem Dekret ersetzt Franziskus auch die lebenslange Haftstrafe im Vatikanrecht durch Gefängnis-Höchststrafen von 30 bis 35 Jahren.
Franziskus setzt damit die von seinem Vorgänger Benedikt XVI. eingeleiteten Reformen fort. Durch die Anpassungen soll die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Kriminalität gestärkt werden und das Rechtswesen des Vatikans modernisiert werden.
Das bisher geltende Strafrecht des Vatikan stammte zum Teil noch aus dem Jahr 1929. Die Gesetze fügen jetzt eine ganze Reihe von Konventionen in das Rechtssystem des Heiligen Stuhls ein. Dazu gehören die Genfer Konventionen gegen Kriegsverbrechen sowie die internationalen Vereinbarungen gegen Diskriminierung jeder Art, gegen Folter und unmenschliche Behandlung sowie über die Rechte der Kinder.
Mann des Jahres: Papst Franziskus auf dem Cover der "Vanity Fair"
Foto: Vanity FairIn den vergangenen Jahren waren immer wieder Missbrauchsvorwürfe gegen die katholische Kirche erhoben worden. Zuletzt machte die Vatikanbank wegen Korruption und Geldwäsche Schlagzeilen. Franziskus hat sich in seiner Amtszeit einen Ruf als Reformer erarbeitet. Zuletzt war er auf die italienische Flüchtlingsinsel Lampedusa gereist und hatte um mehr Solidarität mit den Opfern gebeten.