Papst Leo XIV. will Menschen vor KI schützen: Aufruf zu globalem Dialog - DER SPIEGEL
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Umgang mit künstlicher Intelligenz Papst Leo XIV. will Menschen vor KI schützen

Fake News oder echte Gefahr? Papst Leo XIV. warnt auf dem Rückflug aus Frankreich vor künstlicher Intelligenz und fordert einen globalen Dialog zwischen Kirche, Techkonzernen und Politik. Dabei teilt er auch gegen Donald Trump aus.
Papst Leo XIV. mit Journalisten im Flugzeug nach Rom: »Die Sorgen, die viele KI-Experten äußern, müssen ernst genommen werden«
Papst Leo XIV. mit Journalisten im Flugzeug nach Rom: »Die Sorgen, die viele KI-Experten äußern, müssen ernst genommen werden«

Papst Leo XIV. mit Journalisten im Flugzeug nach Rom: »Die Sorgen, die viele KI-Experten äußern, müssen ernst genommen werden«

Foto: Alberto Pizzoli / AFP / AP

Angesichts zunehmender Ängste vor künstlicher Intelligenz hat sich Papst Leo XIV. für einen breiten Dialog mit Techkonzernen, Politik und gesellschaftlichen Gruppen ausgesprochen. »Die Sorgen, die viele KI-Experten äußern, müssen ernst genommen werden«, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Heimflug von seinem Frankreichbesuch nach Rom. »Das ist ein Problem, zu dem wir uns zusammensetzen und reden müssen.«

Leo hatte im Frühjahr eine Enzyklika – ein Lehrschreiben der katholischen Kirche – zu Chancen und Risiken von KI veröffentlicht, die international viel beachtet wurde. Auf die Frage, ob er die Sorgen vor einer Zerstörung der Menschheit durch KI teile, antwortete der Papst an Bord seines Flugzeugs: »Ob ich im Panikmodus bin? Nein, bin ich nicht. Ich schlafe nachts ruhig.«

Mit Blick auf US-Präsident Donald Trump, der nach solchen Warnungen auch aus KI-Unternehmen von »Hoax« gesprochen hatte, fügte er jedoch hinzu: »Ich glaube nicht, dass das Fake News sind, wie manche behauptet haben, um sich finanzielle oder sonstige Vorteile zu verschaffen. Einfach zu sagen ›Ach, das wird schon nicht geschehen‹ und die Augen zu verschließen, ist wahrscheinlich nicht der verantwortungsvollste Weg, damit umzugehen.«

Papstreise nach Deutschland geplant

Der Papst verwies darauf, dass der Vatikan zum Thema KI bereits eine eigene Kommission eingerichtet habe. Ziel sei es, Wege zu finden, die sicherstellen, dass KI nicht an einen Punkt gelangt, an dem sie die Menschheit zerstören oder aus dem Geschehen verdrängen könnte. Er sei »relativ optimistisch«, dass darüber ein Dialog in Gang kommen könne. »Ich glaube, dass es genügend Menschen gibt, die sich ernsthaft dafür interessieren und bereit sind, sich damit auseinanderzusetzen.«

Nach seiner umjubelten Frankreichreise will der Papst auch nach Deutschland kommen. »Ich hoffe sehr, wieder dorthin zu reisen«, sagte Leo vor Journalisten zu möglichen Reiseplänen auf dem Heimflug nach Rom. Er verwies darauf, dass er Deutschland aus der Zeit vor seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche kenne. Damals war er Leiter des weltweiten Augustinerordens. Zugleich bat er um Geduld. »In aller Bescheidenheit darf ich sagen, dass ich erst seit etwa 15 Monaten Papst bin.«

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Bislang gebe es für einen Besuch in Deutschland noch keinen Zeitplan oder Termin, sagte Leo auf der Rückreise nach Rom. An Auslandsreisen im nächsten Jahr stehe bislang nur fest, dass er im August am Weltjugendtag in Südkorea teilnehmen werde. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte Leo bereits vergangenes Jahr eine Einladung überbracht.

Anmerkung: Die Überschrift war zunächst etwas irreführend, daher haben wir sie geändert.

jon/dpa