Papst-Testament: Leichnam soll in Rom bleiben - DER SPIEGEL
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Papst-Testament Leichnam soll in Rom bleiben

Im Vatikan sind am Morgen führende Kardinäle zusammengetreten, um das Testament von Johannes Paul II. zu eröffnen und den Termin für seine Beisetzung festzulegen. Der "Corriere della Sera" will bereits mehr über den Inhalt des Testamentes wissen: Danach wird der Papst seine letzte Ruhestätte in der Gruft unter dem Petersdom finden.
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Rom - "Es ist noch nicht offiziell, aber wir wissen es aus sicherer Quelle", schreibt die renommierte italienische Tageszeitung: Der polnische Pontifex habe in seinem letzten Willen keine Anweisungen gegeben, dass man ihn in Krakau beisetzen solle, wie jüngst verschiedentlich kolportiert. Stattdessen werde er in dem Grab beigesetzt, in dem Johannes XXIII. bis zum Jahr 2000 lag, als er selig gesprochen und in den Dom überführt wurde. Der Ort sei allerdings nicht vom Papst bestimmt worden, er habe die Entscheidung seinen Mitarbeitern überlassen. Offiziell wird die Entscheidung heute von der Kardinalskongregation getroffen.

Die erste Aufgabe der Kardinäle war, das Siegel des Papstes zu zerstören. Damit soll verhindert werden, dass nach dem Tod des Papstes Dokumente in seinem Namen gefälscht werden. Die Kardinäle müssen heute auch das Datum festlegen, an dem das Konklave für die Papstwahl stattfindet. Zu den Beisetzungsfeierlichkeiten werden 200 Staatsoberhäupter in Rom erwartet.

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Vatikan: Ciao, Johannes Paul - Rom trauert

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Der einbalsamierte Leichnam des Papstes soll am späten Nachmittag in den Petersdom gebracht werden. Der genaue Zeitpunkt der öffentlichen Aufbahrung steht noch nicht fest und wird auch vom Kardinalskollegium entschieden. Im Petersdom können Gläubige aus aller Welt ihrem Kirchenoberhaupt die letzte Ehre erweisen. Für die Trauerfeiern und die "Zeit zwischen den Päpsten" werden in Rom mehrere Millionen Besucher und Pilger erwartet.

Der Leichnam von Johannes Paul II. wurde bereits gestern zunächst nicht öffentlich in den Räumen des Vatikans aufgebahrt. Dort konnten sich enge Wegbegleiter, Kardinäle, Politiker und Freunde von ihm verabschieden. Der Papst selbst hatte 1996 verfügt, dass seine sterblichen Überreste im roten Pontifikalgewand mit Mitra und Bischofsstab aufgebahrt werden sollten.

Auch in der vergangenen Nacht harrten Gläubige bis in die frühen Morgenstunden auf dem Petersplatz aus. Einige schliefen unter den Kolonnaden rund um den Platz, eine Gruppe aus Polen hielt am Morgen noch Wache.

Die Trauermesse und die Beisetzung des Papstes finden am Mittwoch, Donnerstag oder Freitag statt. Zum Schutz von Staatsmännern, religiösen Würdenträgern und Gläubigen werden die Sicherheitsvorkehrungen drastisch verschärft. Koordiniert werden die Vorbereitungen vom Leiter der Zivilschutzbehörde, Guido Bertolaso. Er war bereits in den vergangenen Jahren für alle Großveranstaltungen in Italien zuständig, darunter für den Weltjugendtag 2000, zu dem mehr als eine Million junge Katholiken nach Rom kamen.

Die breite Straße, die zum Petersdom führt, ist bereits seit Tagen für den Privatverkehr gesperrt. Die Polizei fährt verstärkt Streife, Krankenwagen stehen für Notfälle bereit. Shuttlebusse verkehren zwischen dem Vatikan und den beiden großen Bahnhöfen Roms. Sonderzüge und zusätzliche Parkplätze sollen helfen, den Pilgerstrom zu bewältigen. Vor den Toren der Stadt wird ein riesiger Campingplatz eingerichtet. Die Zeitung "Il Messagero" schrieb gestern, es werde auch erwogen, Sportstätten wie das Olympiastadion für die Unterbringung von Pilgern zu nutzen.

Bis zu 10.000 Polizisten sollen Medienberichten zufolge für Sicherheit sorgen. Der Flughafen Leonardo da Vinci wird vermutlich beim Eintreffen der Staatsgäste aus aller Welt teilweise geschlossen.

Das so genannte Konklave zur Wahl eines neuen Papstes beginnt 15 bis 20 Tage nach dem Tod Johannes Pauls, also frühestens am Sonntag in einer Woche. Als mögliche Nachfolger gelten rund ein Dutzend der 117 wahlberechtigten Kardinäle.

Auch in Jerusalem haben sich in der vergangenen Nacht im Gedenken an den verstorbenen Papst hunderte Menschen in der Altstadt von Jerusalem versammelt. Bei strömendem Regen zogen die Gläubigen mit Kerzen und Bildern des Papstes durch die gepflasterten Gassen und entlang der Via Dolorosa, dem Weg, den bereits Jesus mit dem Kreuz auf dem Rücken beschritten haben soll. Die Menschen hielten immer wieder zum Gebet inne.

In Italien und fast allen Staaten Lateinamerikas, selbst im kommunistischen Kuba wurde Staatstrauer ausgerufen. In Polen, dem Geburtsland des Papstes, trauerten viele Hunderttausend Gläubige. Allein im Wallfahrtsort Tschenstochau versammelten sich am Abend rund 100.000 Menschen zu einer Messe. In Frankreich nahmen zur selben Zeit mehr als 15.000 Gläubige an einer Messe in der Pariser Kathedrale Notre Dame teil, unter ihnen auch Präsident Jacques Chirac und Premierminister Jean-Pierre Raffarin.

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