Papua: Neues Beben löst Panik in Indonesien aus - DER SPIEGEL
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Papua Neues Beben löst Panik in Indonesien aus

Nur 72 Stunden nach dem verheerenden Beben auf Java wurde Indonesien heute erneut von einem starken Erdbeben erschüttert. Die Erdstöße in der Provinz Papua hatten die Stärke 5,6 bis 6 auf der Richterskala. Auf Java wird unterdessen das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar.
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Jakarta - Hunderte Nachbeben unterschiedlicher Stärke hatten die Menschen in Indonesien schon am Wochenende in Angst und Schrecken versetzt. Bei den heutigen Erdstößen handelte es sich allerdings nicht um ein weiteres Nachbeben, sondern um ein völlig neues Beben in einer weit entfernten Provinz der riesigen Inselrepublik. Um 05.28 Uhr (MESZ) bebte die Erde in der Provinz Papua; das Epizentrum lag 115 Kilometer nordwestlich des Bezirks Wamena. In der Bevölkerung sei kurzzeitig Panik ausgebrochen, hieß es. Noch liegen allerdings keine Berichte über Opfer oder schwerere Schäden vor. Die Erdstöße hätten eine Stärke von 6,0 auf der Richterskala gehabt, teilte das Geophysische Institut in Jakarta mit; das US-Bebeninstitut stufte die Stärke auf 5,6 ein.

Das Sozialministerium in Jakarta legte heute eine erste Bilanz des Erdbebens auf Java vor, das vor drei Tagen die Insel mit der Stärke 6,3 erschütterte. Demnach starben mehr Menschen als bisher angenommen. Bislang war von 5100 Toten ausgegangen worden, jetzt weist die Statistik 5400 Opfer aus. Nach Uno-Angaben wurden rund 20.000 Menschen verletzt, mehr als 130.000 Menschen wurden obdachlos.

Heute früh landeten auf dem Flughafen von Yogyakarta weitere Maschinen mit dringend benötigten Hilfsgütern wie etwa Zelten und Nahrungsmitteln. Zehntausende Menschen in der Erdbebenregion hatten zuvor die dritte Nacht in Folge trotz Regens unter freiem Himmel verbracht, weil sie ihr Haus verloren oder Angst vor neuen Erdstößen haben. Das Beben vom Samstag hatte rund 35.000 Häuser in Yogyakarta und Umgebung zerstört.

In entlegeneren Gegenden des Erdbebengebietes hatten Überlebende gestern geklagt, Hilfe erreiche sie nur schleppend. Die Behörden räumten mit Blick auf das Ausmaß der Schäden und die Zahl der Betroffenen ein, zunächst noch Mühe mit der Verteilung von Hilfsgütern zu haben, da es an Lastwagen und Personal fehle. Die Krankenhäuser in der Region sind völlig überlastet. Inzwischen sind jedoch zahlreiche internationale und indonesische Hilfsorganisationen im Katastrophengebiet vertreten.

Die Regierung hat in dem südostasiatischen Inselstaat für drei Monate den Notstand ausgerufen. Die Behörden der Provinz Yogyakartas beklagten, die dringend benötigte Hilfe laufe nur schleppend an. Seit Sonntagabend träfen zwar Hilfslieferungen der Uno ein, aber leider nur wenige. Mindestens 5000 Zelte würden benötigt, doch bislang stünden nur weniger als hundert zur Verfügung.

Neben der Bereitstellung von Notunterkünften sei die Bergung der Leichen die dringlichste Aufgabe. Die Staatengemeinschaft sagte Millionen Euro an Finanzhilfen, Notfallversorgung und Unterstützung durch Katastrophenhelfer zu. Deutschland stellte 500.000 Euro an Soforthilfe zur Verfügung.

str/AFP/reuters/dpa