NEW YORK Paradies der Schnäppchenjäger
Seine Kunden kamen aus Glasgow, Tokio oder Berlin - und das immer wieder, denn wer einmal durch Manhattans Einkaufsparadies »Century 21« gelaufen war, wurde süchtig. Raymond Gindi, einer der Eigentümer, erinnert sich gern vergangener Zeiten, als voll besetzte Busse die Shopper auswarfen oder Limousinenchauffeure ihre Pelzmantel-Damen aus den besten Vierteln Manhattans absetzten, und die alle nur das Gleiche wollten: in dem immensen Angebot an Designermode - allein bei der Damenbekleidung mehr als tausend Marken - zum Schnäppchenpreis ein Einzelstück finden, das man gewöhnlich nur auf Laufstegen zu sehen bekommt. Der 11. September machte diesem, nahe beim World Trade Center gelegenen Kaufhaus den Garaus. Zwar hielt das Gebäude in der Cortlandt Street dem Einsturz der Türme stand, aber wegen der Staub- und Aschelawinen musste das Paradies der anspruchsvollen Schnäppchenjäger schließen. Nun soll es wieder eröffnet werden; außen vom Sandstrahler bearbeitet, innen frisch gestrichen und mit vergrößertem Angebot. Ob die Ware auch zu ihrer Kundschaft finden wird, darüber kann Gindi nur spekulieren: Immer noch kommen monatlich Zehntausende Touristen weniger nach New York als vor dem 11. September.