Paris Amokläufer richtet Blutbad im Stadtrat an
Paris - Mindestens 19 Menschen seien am frühen Mittwochmorgen verletzt worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. 14 von ihnen befänden sich in kritischem Zustand, teilten Angehörige der Rettungskräfte mit. Die Opfer wurden mit Hubschraubern in eine nahe gelegenen Klinik gebracht.
Die Schießerei ereignete sich gegen 1.15 Uhr, als die rund 40 Teilnehmer der Stadtratssitzung gerade dabei waren, ihre Mäntel anzuziehen, um nach Hause zu gehen. Der mutmaßliche Amokschütze wurde kurz darauf von der Polizei festgenommen, wie Einsatzleiter Christian Decolloredo mitteilte. Über sein Motiv war zunächst nichts bekannt, zumal er nach Polizeiangaben die Aussage verweigerte. Staatsanwalt Yves Bot erklärte jedoch, der Mann habe genau gewusst, auf wen er gefeuert habe.
Mehr als hundert Polizisten und Sanitäter eilten in den Vorort im Westen von Paris, in dem höchster Alarmzustand herrschte. Premierminister Lionel Jospin besuchte noch in der Nacht den Tatort, um sich persönlich ein Bild von der Lage zu verschaffen. Die steigende Kriminalität in Frankreich ist einer der Hauptpunkte im derzeitigen Wahlkampf um die Präsidentschaft, bei der der Sozialist Jospin gegen den konservativen Amtsinhaber Jacques Chirac antritt.