Paris Polizei hebt Qaida-Waffenlager aus
Paris - Bei einer der größten Razzien im Fundamentalistenmilieu in Europa hatte die Polizei am Montag und gestern 27 Menschen festgenommen. Innenminister Nicolas Sarkozy hatte den meist aus Nordafrika stammenden Islamisten "indirekte Kontakte" zum Jordanier Abu Mussab al-Sarkawi bescheinigt, der als Anführer der Qaida-Terroristen im Irak gilt.
Das Waffendepot wurde in einer Parkbox in einem ruhigen Viertel von Clichy-sous-Bois ausgehoben. Der Ort war im November Ausgangspunkt der wochenlangen Unruhen in französischen Vorstädten gewesen. Die Polizisten fanden vermutlich vom Balkan stammende Sturmgewehre und Handfeuerwaffen samt Munition, ein Kilo des vom Militär verwendeten Sprengstoffs TNT und 19 Dynamitstangen, Lunten und elektronische Fernzünder. Auch eine Gendarmerieuniform und schwarze Overalls nach dem Vorbild der Polizeisondereinheiten, kugelsichere Westen und Kapuzen wurden sichergestellt.
Die meisten der Verdächtigen stammen aus Nordafrika. Einige haben nach inoffiziellen Informationen gestanden, mit Raubüberfällen Geld für "die islamische Sache" besorgt zu haben. Ein wegen Dokumentenfälschung vorbestrafter 31-jähriger Franzose kenne mehrere Mitglieder der Frankfurter Zelle, die wegen eines geplanten Anschlags auf den Weihnachtsmarkt von Straßburg verurteilt wurden.
Die Polizei hofft, mit der Analyse der gefundenen Waffen mehrere Raubüberfälle aufklären zu können. Die Gruppe habe "in der internationalen terroristischen Arbeitsteilung" die Finanzierung von "Terroranschlägen im Ausland" sichern sollen, hieß es. Das Geld sei in örtlichen Handelsunternehmen "gewaschen" worden. Einige der Verdächtigen wurden angeblich in Gefängnissen für die "muslimische Sache" angeworben.