Pariser Mode: Diven in transparentem Tüll - DER SPIEGEL
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Pariser Mode Diven in transparentem Tüll

Models, die aus Kutschen steigen, Prinzessinnen in transparentem Tüll, Schönheiten in Pelz und Seide – die Pariser Haute-Couture-Schauen stecken dieses Mal voller Überraschungen. SPIEGEL ONLINE zeigt die aufregendsten Kreationen.
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Paris - Bei den Pariser Haute-Couture-Schauen hat der britische Designer John Galliano seinem Ruf als Enfant terrible der internationalen Modewelt alle Ehre bereitet: Zu dramatischer Musik fuhr eine prächtige Pferdekutsche vor, aus der ein langbeiniges Model in einem reich bestickten Tüllkleid stieg. Unter der transparenten Hülle versteckte nur ein hautfarbenes Trompe-l'oeil-Korsett den weiblichen Körper. Besonders originell waren seine grün-gelben Tüll- und Korsettkreationen, die an die bunten Karneval-Kostüme in Rio de Janeiro erinnerten.

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Haute Couture: Schönheiten in Samt und Seide

Foto: AP

In einer Hommage an Firmengründer Christian Dior zeigte der exzentrische Brite anhand der defilierenden Modells die "Konstruktion" eines Kleides: Zentrales Element waren dabei Oberteile im Korsett-Stil, die an Schneiderpuppen und damit an die Arbeit des Couturiers erinnern sollten. Die Kleider waren vorwiegend aus Tüll gefertigt, um sowohl Volumen als auch Leichtigkeit zu vermitteln.

Stetig und zuverlässig zeigte sich dagegen der Italiener Giorgio Armani, der zum zweiten Mal bei den Défilées der höchsten Schneiderkunst dabei war: Ob Cocktailabend oder Oscar-Verleihung, bei Armani finden zeitgenössische Diven weiterhin die nötigen Kleidungsstücke für den großen Auftritt. 51 Modelle zeigte der italienische Designer, zweimal so viele wie bei seinem ersten Auftritt im Kreis der Luxusschneider im Januar. Die Zielgruppe dieser Mode ist klar definiert, und so nahmen im Zuschauerraum auch illustre Gäste wie die Sängerin Tina Turner und die Schauspieler Matt Dillon, Emmanuelle Béart und Elodie Bouchez Platz.

Erstmals waren in der Kollektion Armani "Privé" auch Outfits für den Tag dabei mit stark taillierten, sehr breitschultrigen Jacken; gegen die Kälte im kommenden Winter schützt die Armani-Kundin sich mit Nerz oder Wolfsfell im Tigerdruck. Paradedisziplin des über Siebzigjährigen bleibt das Abendkleid, die meisten sind in Armanis bevorzugter Farbe Schwarz gehalten, körpernah und bodenlang, mal mit Brokatbustier oder aufgesticktem Krokodil, manche mit Blumenstickerei oder Pailletten.

Eine ganz andere Mode entwarf der als Gast geladene Portugiese Felipe Oliveira Baptista, der seine avantgardistischen Modelle in der portugiesischen Botschaft präsentierte. Der Newcomer zeigte kugelförmige asymmetrische Kleider, arbeitete mit raffinierten Falteneffekten an den Oberteilen und anschmiegsamen Plissés, die den Körper umschmeicheln. Locker fallende Jersey-Kleider wurden mit Schwalbenschwanzjacke oder silberfarbenem Trenchcoat kombiniert.