Pariser Modewoche: Kittelschürzen auf grünem Rasen
Pariser Modewoche Knallgelbe Kittelschürzen
Paris - Selbst wohlwollende Beobachter waren, gelinde gesagt, überrascht, als die britische Modedesignerin Stella McCartney ihre Damenkollektion für das kommende Frühjahr in Paris präsentierte. Statt scharf tailliert, hingen die Jacken ihrer Anzüge mit wadenlangen Hosen lose von den Schultern herab. Blasse Pastelltöne wirkten durch die Webstruktur der Leinenstoffe.
Sexy und cool zugleich sollte das sein. Jeans-Outfits mit Hosenröcken und fließende Seidenkleider mit hohen Schlitzen und Plissierungen erinnerten an die späten siebziger Jahre. Am Ende gab es wohlwollenden Applaus - natürlich auch von Sir Paul McCartney, der sich keine wichtige Show seiner Tochter entgehen lässt.
Wippende Spitzenröckchen
John Galliano zeigte dagegen in seiner "Ready to wear"-Kollektion eine von den zwanziger Jahren angehauchte Schau mit wippenden Spitzenröckchen, transparenten Trenchcoats und weichen kleinen Lederjacken. Softe Farben wie ein blasses Graublau und Crèmetöne ließen die Entwürfe charmant erscheinen.
Noch verspielter ging es bei Ungaro zu. Giles Deacon, neuer Designer des Hauses, ließ seine Models in Paris auf einer Rasenfläche zwischen zwei mit Blüten bedeckten Oldtimern auf - und abspazieren. Sie trugen unter anderem Tweedkostüme mit kleinen Jacken und wadenlangen Röcken, bestickt mit winzigen Blüten.
Bei Givenchy hingegen verschmolz Designer Riccardo Tisci Strenge und Verspieltes. Lange Oberteile in Crème zu oben engen, nach unten sich weitenden Hosen wurden durch vertikale Reißverschlüsse scharf gemacht. Auch Rüschentops waren mit metallischen Reißverschlusszähnen besetzt. Leopardenlook und schwarze Westen mit Chiffonschleiern ergänzten die perfekt geschnittene Kollektion.