Pariser Prêt-à-Porter Die Gouvernante hat ausgedient
Paris - In goldgelbes Licht tauchte der belgische Designer Dries van Noten seine Entwürfe für Frühjahr/Sommer 2006. Dieser Goldschimmer dominiert viele Damenkollektionen der kommenden Saison. Van Noten brachte beigefarbene Leinenblusen und Trägerkleider zum Leuchten. Die Anmutung pendelt zwischen aristokratischem Britenlook und asiatischer Sanftheit - eine weiche Bluse zu lockeren Shorts und Mantel mit ornamentalem Druck. Die Second-Hand-Optik wird durch präzises Make-up und High Heels ausgeglichen.
Mode in Paris: Einfach glänzend
Olivier Theyskens setzt ebenfalls auf fließende Formen. Mit tiefen Rückenausschnitten befreite er die Gouvernante, die er in der vergangenen Saison gezeigt hatte, vom allzu Strengen ihrer Kleider. Die Linie bleibt lang, und nach wie vor rascheln kurzärmelige Kleider dank kunstvoller Details aus Spitze. Besondere Stücke sind lange Spitzenröcke mit aufwendigen Drucken im Stil von Monets berühmten "Seerosen"-Bildern. Theyskens zeigte auch - anders als sonst -zahlreiche Hosenanzüge. Schmal geschnitten, mit leichtem Knittereffekt, verliehen sie dieser jungen Kollektion einen modernen Touch.
In eine andere Richtung gehen die Modelle von Riccardo Tisci für Givenchy. Der erst 30-jährige Süditaliener stellte - nach seinem Haute-Couture-Debüt im Juli - seine erste Prêt-à-Porter-Kollektion für die Marke vor. Er konstruiert seine Kleider architektonisch. Vor einer Lichtkugel wirkten die Models wie futuristische Mondwesen. Bolerojacken in Weiß werden zu knielangen Röcken mit abstehenden Taschen kombiniert, silberfarbene Ledershorts zur transparenten Bluse und einem riesigen Nietengürtel. Vertikal gesteppte Nähte fixieren den Stoff. Dennoch wirkt das Ganze nicht steif, sondern mädchenhaft.