Parlamentsrede Wien wartet auf Gottschalks Anfrage
Hamburg/Wien - "Wir prüfen den Fall derzeit", sagte der Sprecher des Nationalratspräsidenten, Gerhard Roder gegenüber SPIEGEL ONLINE. Weil Gottschalk aber noch nicht gefragt hat, ob er vor dem österreichischen Parlament reden darf, gibt Wien sich diplomatisch bedeckt, soll heißen: Solange niemand fragt, muss auch nichts entschieden werden. "Er müsste schon einen Brief an den Ratspräsidenten schicken", so Roder.
Beim Deutschen Bundestag war Thomas Gottschalk mit seiner Idee einer Parlamentsrede abgeblitzt. Er wollte die Ansprache als Einsatz für seine verlorene Saalwette bei der letzten "Wetten dass...?"-Sendung halten. Nach der Abfuhr aus Berlin ("das Parlament ist keine Showbühne") hatte Gottschalk angekündigt, dann werde er eben nach Österreich ausweichen.
Beim ZDF weiß man jedenfalls noch nicht, ob der Moderator seinen Worten Taten folgen lassen will. "Kann sein", war das knappe Statement, das die dortige Redaktion abgab.
Derweil will die Vorsitzende des Bundestags-Kulturausschusses, Monika Griefahn, die Affäre Gottschalk salomonisch lösen: Er könne ja in der sitzungsfreien Zeit gemeinsam mit einer "Besuchergruppe" nach Berlin kommen und dann im Reichstag reden - allerdings nur auf der Besuchertribüne, schlägt die SPD-Politikerin vor.