Parteien SPD-Computernetz illegal für Kinderpornos genutzt
Berlin - Über das SPD-Computernetz sind Kinderpornos illegal genutzt worden. Wie SPD-Generalsekretär Franz Müntefering am Samstag mitteilte, ist einer der SPD-Computer mit Internet-Verbindung in einer regionalen Geschäftsstelle illegal verwendet worden, "um kinderpornografische Inhalte im Internet zu nutzen". Man wisse derzeit noch nicht, ob es sich bei dem Nutzer um einen Beschäftigten oder ein Mitglied der Partei handle. "Der Verdacht konzentriert sich auf einen PC in der Berliner Geschäftsstelle Friedrichshain-Kreuzberg."
Die "Bild"-Zeitung hatte von einem "Link" im SPD- Computernetz berichtet, der auf Angebote für pornografische Kinderfotos verwiesen habe. Ein Surfer habe Strafanzeige erstattet. Das Blatt zitiert eine Justizsprecherin, nach der der "Link" zunächst zu einem Surfer im Willy-Brandt-Haus geführt habe. Experten der Berliner SPD und der Staatsanwaltschaft hätten das gesamte Computernetz der Partei überprüft. Sie hätten bisher keine Spur von vorhandenen Pornos gefunden.
Müntefering hatte nach eigenen Worten der Staatsanwaltschaft umgehend umfassende Unterstützung bei der Aufklärung zugesagt. Er stellte klar, dass sich der Verdacht nicht auf das Willy-Brandt-Haus und die Parteizentrale richte. Es seien auch keine Unterlagen dort beschlagnahmt worden und es werde auch nicht gegen Mitarbeiter des SPD-Parteivorstandes ermittelt.