Pascal-Prozess Mutter sah keinen Hinweis auf Missbrauch
Saarbrücken - Pascals Mutter Sonja T. sagte, sie habe von sexuellen Misshandlungen ihres Sohnes nichts bemerkt. Sie habe den Fünfjährigen regelmäßig beim Duschen nackt gesehen und ihm beim Waschen geholfen, aber dabei keine Auffälligkeiten entdeckt, sagte die 45-Jährige vor dem Landgericht. "Pascal hätte mir gesagt, wenn er negative Erfahrungen mit Erwachsenen gemacht hätte", sagte die Frau, die als Küchenhilfe arbeitet. Allerdings habe der Junge bis zu seinem Verschwinden vor drei Jahren nachts eingenässt.
Sie bestätigte vorherige Aussagen ihres Lebensgefährten Heinz K., wonach Pascal am 30. September 2001 spurlos verschwand - auch der Mann muss sich wegen Beihilfe zum Missbrauch verantworten. Neben ihm sitzen noch 12 weitere Angeklagte vor Gericht. Ihnen wird Mord, schwerer sexueller Missbrauch oder Beihilfe zu diesen Taten vorgeworfen.
Der 49 Jahre alte Heinz K. sagte als Zeuge vor Gericht, er habe Pascal sofort gesucht, nachdem dieser am Abend des 30. September 2001 nicht zur vereinbarten Zeit nach Hause gekommen war. Zu eigenen Besuchen in der "Tosa-Klause" machte er keine Angaben. Pascals Mutter gab an, dass er regelmäßig Gast in der Kneipe gewesen sei, in der sich laut Staatsanwaltschaft der mutmaßliche Kinderschänderring betätigte. Pascal habe ihn bei den Kneipenbesuchen ab und zu begleitet.