Patient Maradona Randale auf Kuba
Havanna - Anstatt sich in der Abgeschiedenheit des Luxushospitals La Pradera von seinen Herz- und Drogenproblemen zu kurieren, legte sich der ehemalige argentinische Fußballstar mit Fotografen an und wurde dabei handgreiflich.
Herberto Rodriguez, Fotograf der Nachrichtenagentur Reuters, berichtete am Dienstag, dass der über den Presserummel verärgerte Ex-Weltmeister mit der Faust die Scheibe eines Autos einschlug, in dem die Reporter saßen. Er drohte ihnen Prügel an, falls sie ihn weiter fotografierten. Maradona besuchte gerade einen Markt und fühlte sich offenbar belästigt.
Maradona war letzte Woche zur Therapie in Havanna eingetroffen, nachdem er Anfang Januar nach einer Überdosis Kokain in dem Badeort Punta del Este zusammengebrochen war. Außer der Drogensucht diagnostizierten die Ärzte auch ein vom Kokainmissbrauch verursachtes Herzleiden. Maradona hatte sich unter anderem wegen seiner Sympathie für Kuba und Präsident Fidel Castro für die Insel entschieden.
Doch mit der für eine sinnvolle Therapie nötigen Ruhe und Abgeschiedenheit war es dort bisher nicht weit her - wozu Maradona seinen Teil beitrug. Zunächst färbte er sich das Haar orange, dann nahm er im kleinen Tonstudie der Klinik ein Lied auf und anschließend gab es eine zünftige Geburtstagsfeier für Ehefrau Claudia Villafane. Mitpatienten und Krankenpflegern gab er fleißig Autogramme und zwei argentinischen Radiosendern Interviews. Auf dem Klinikgelände lebt er in einem Haus mit Ehefrau, Eltern, Töchtern, Freunden und seinem Manager Guillermo Coppola.
Der Arzt Eduardo Bernabé Ordaz sagte am Dienstag, dass Maradona bisher erst einigen Herz-Kreislauf-Checks unterzogen worden sei. Zunächst müsse man die Herzerkrankung in den Griff bekommen und anschließend die Drogensucht heilen.