Gestorben Percy Adlon, 88
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Es ist nicht selten das Schicksal von Künstlern, dass man sich wegen eines einzigen Werks an sie erinnert, obwohl ihr Schaffen viel mehr Raum einnahm. Dass der deutsche Regisseur Percy Adlon darunter gelitten hätte, ist allerdings nicht überliefert. Im Gegenteil, der internationale Erfolg seiner absurden Culture-Clash-Komödie »Out of Rosenheim« (1987) ermöglichte es ihm, in Los Angeles zu leben und dort weitere Filmprojekte zu verfolgen. Auch wenn er, wie er dem SPIEGEL anvertraute, zu den »winzig kleinen Fischlein in diesem Wasser« gehörte. Dafür fühlte er sich unabhängig.
Adlon, der als unehelicher Sohn eines Opernsängers geboren wurde und zu dessen Vorfahren die Betreiber des gleichnamigen Berliner Luxushotels gehören, drehte vor »Out of Rosenheim« mehr als 150 Dokumentarfilme für den Bayerischen Rundfunk. 1982 veröffentlichte er mit »Fünf letzte Tage« einen stillen Spielfilm über Sophie Scholl. Warmherzig, komisch, mit tragischem Einschlag waren vor allem seine Filme mit Marianne Sägebrecht, die bereits in »Zuckerbaby« (1985) unter seiner Regie brillierte. Verzaubern wolle er sein Publikum, sagte Adlon einmal. Seine Filme sollten wirken wie Hans Albers’ Ritt auf der Kanonenkugel in »Münchhausen«. Percy Adlon starb am 10. März in Los Angeles.